Offen­win­kel­glau­kom und Trabe­ku­lek­to­mie bei pseudo- oder phaken Augen

Rate an Therapieversagen unterscheidet sich nicht signifikant

11. März 2022

PORTO (Bier­mann) – Die Rate an chir­ur­gi­schem Versa­gen nach einer Trabe­ku­lek­to­mie unter­schei­det sich nicht signi­fi­kant zwischen Pati­en­ten mit Offen­win­kel­glau­kom (OAG) und voran­ge­gan­ge­ner clear-cornea-Phako­emul­si­fi­ka­ti­on und phaken Pati­en­ten mit OAG. Das berich­ten die Autoren einer aktu­el­len Studie.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 82 Patienten/Augen (58 phake, 24 pseu­do­pha­ke) mit OAG, bei denen im Zeit­raum 1. Januar 2010 bis 31. Dezem­ber 2017 eine Trabe­ku­lek­to­mie erfolg­te, in ihre retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die ein. Die Arbeits­grup­pe legte als primä­ren Endpunkt die Wahr­schein­lich­keit für ein Thera­pie­ver­sa­gen fest. Ein Versa­gen wurde defi­niert, als Augen­in­nen­druck (IOD) >21 mmHg, eine Abnah­me des IOD um <20% zum Ausgangs­wert, ein IOD ≤5 mmHg bei 3 aufein­an­der­fol­gen­den Kontrol­len, chir­ur­gi­sche Revi­si­ons­ein­grif­fe, eine Phthi­sis bulbi sowie ein Visus von Nulla Lux aufgrund einer Progres­si­on des Glaukoms.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass das mitt­le­re Alter in der phaken Gruppe 65,5±11,7 Jahre und in der pseu­do­pha­ken Gruppe 76,2±7,9 Jahre betrug (p<0,001). In der Kohor­te trat am häufigs­ten ein primä­res OAG auf (phake Gruppe 59%; n=34; pseu­do­pha­ke Gruppe 63%; n=15), gefolgt von einem Pseu­do­ex­fo­li­a­ti­ons- sowie einem Pigment­di­sper­si­ons­glau­kom. Der mitt­le­re präope­ra­ti­ve IOD und die Anzahl einge­setz­ter Antig­lau­kom­a­to­sa diffe­rier­te nicht signi­fi­kant zwischen den Gruppen.

Ebenso stell­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten fest, dass sich die Rate an chir­ur­gi­schem Versa­gen zwischen beiden Grup­pen nicht signi­fi­kant unter­schied. Nach 1 Jahr lag sie in der phaken Gruppe bei 17% (n=10) und in der pseu­do­pha­ken Gruppe bei 29% (n=7; p=0,361), während sie nach 2 Jahren bei den phaken Pati­en­ten 28% (n=16) und bei den pseu­do­pha­ken Pati­en­ten 46% (n=11; p=0,110) betrug. Sowohl nach 1 als auch 2 Jahren wurden keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de in Bezug auf den post­ope­ra­ti­ven IOD oder ande­ren sekun­dä­ren Endpunk­te gefunden.

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend, dass die Unter­schie­de beider Grup­pen zwar nicht signi­fi­kant, aber klinisch rele­vant sind und in zukünf­ti­gen Studi­en weiter unter­sucht werden sollten.

(tt)

Autoren: Torres-Costa S et al.
Korrespondenz: Sonia Torres-Costa; sonia.torres.costa@gmail.com
Studie: Effect of Prior Phacoemulsification Surgery in Trabeculectomy
Quelle: Clin Ophthalmol 2022; Feb 9;16:357-367.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S348364

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.