Offen­win­kel­glau­kom und Trabektomchirurgie

IOD-Erhöhung durch Hyphäma postoperativ ist prognostisch günstig

29. September 2021

SAGAMIHARA (Bier­mann) – Bei der Trabek­tom­chir­ur­gie (TOM) handelt es sich um ein kammer­win­kel­chir­ur­gi­sches Verfah­ren im Sinne einer Trabe­ku­lo­to­mie ab inter­no. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass ein erhöh­ter Augen­in­nen­druck (IOD) nach TOM meis­tens in der 1. post­ope­ra­ti­ven Woche auftritt.

Prognos­tisch güns­tig mit schnel­ler Reduk­ti­on des IOD zeigen sich ein großes Hyphä­ma am 1. post­ope­ra­ti­ven Tag, keine selek­ti­ve Laser­tra­be­kulo­plas­tik (SLT) in der Anamne­se sowie ein nied­ri­ger Ausgangs-IOD, so die Autoren.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 460 Pati­en­ten mit Offen­win­kel­glau­kom (191 Pati­en­ten mit primä­rem, 269 mit sekun­dä­rem OWG) in die Analy­se auf, um die Häufig­keit und den Zeit­punkt eines früh­zei­tig erhöh­ten IOD nach TOM zu unter­su­chen sowie die Merk­ma­le der Pati­en­ten, die eine IOD-Erhö­hung wieder kompen­sier­ten, zu finden. Die Arbeits­grup­pe defi­nier­te einen frühen Anstieg des IOD nach Tom als eine Erhö­hung des IOD von >5 mmHg gegen­über dem Ausgangs­wert inner­halb von 1 Woche bis 3 Mona­ten post­ope­ra­tiv. Zusätz­lich stufte sie Pati­en­ten, bei denen der IOD mithil­fe von antig­lau­kom­a­tö­sen Augen­trop­fen sank, als rekon­va­les­zent ein, und dieje­ni­gen, bei denen der IOD trotz Antig­lau­kom­a­to­sa erhöht blieb, als nicht rekonvaleszent.

Mithil­fe multi­va­ria­ter logis­ti­scher Regres­si­ons­ana­ly­se bestimm­ten die Forschen­den weiter­hin demo­gra­fi­sche und okulä­re Varia­blen im Zusam­men­hang mit Rekon­va­les­zenz und keiner Rekonvaleszenz.

Die Ophthal­mo­lo­gen ermit­tel­ten bei 102 Pati­en­ten (22,2%) eine frühe IOD-Erhö­hung. Dieses Ereig­nis trat am häufigs­ten in der 1. post­ope­ra­ti­ven Woche auf. Des Weite­ren stell­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten fest, dass sich der IOD bei 55 Pati­en­ten (53,9%) wieder erhol­te und bei 47 Pati­en­ten (46,1%) erhöht blieb. Darüber hinaus stell­ten die Exper­ten fest, dass ein ausge­präg­tes Hyphä­ma am Tag nach der TOM mit einer verstärk­ten Wahr­schein­lich­keit einer Rekon­va­les­zenz (OR 6,6) asso­zi­iert war. Demge­gen­über waren eine voran­ge­gan­ge­ne SLT (OR 0,10) sowie ein hoher Ausgangs-IOD (OR 0,86) mit einer verrin­ger­ten Wahr­schein­lich­keit einer Erho­lung verbunden.

(tt)

Autoren: Kono Y et al.
Korrespondenz: Nobuyuki Shoji; nshoji@kitasato-u.ac.jp
Studie: Characteristics of glaucoma patients with intraocular pressure elevation early after trabectome surgery
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2021; Sep 1 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-021-05355-1

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