Offen­win­kel­glau­kom und Thera­pie­ver­sa­gen eines XEN-Gel-Stents

Revision mit Deep-Sklerektomie erweist sich als geeignete Therapieoption

6. September 2022

LAUSANNE (Bier­mann) – Einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung zufol­ge stellt die nicht­pe­ne­trie­ren­de tiefe Sklerek­to­mie (DS) bei Pati­en­ten mit Offen­win­kel­glau­kom (OWG), bei denen eine XEN-Gel-Stentim­plan­ta­ti­on (XGI) erfolg­los verläuft, eine wirk­sa­me und siche­re Thera­pie­op­ti­on dar.

In ihre prospek­ti­ve, mono­zen­tri­sche Inter­ven­ti­ons­stu­die nahmen die Wissen­schaft­ler 16 Pati­en­ten (17 Augen; mitt­le­res Alter 72,1±8,2 Jahre; 66,7% Frauen) mit OWG (am häufigs­tens primä­res OWG 33,3% und Pseu­do­ex­fo­li­a­ti­ons-OWG 26,6%) auf, bei denen nach einer XGI mit Mitomycin‑C (MMC) aufgrund eines unkon­trol­lier­ba­ren Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) oder einer Progres­si­on des Glau­koms eine DS mit MMC erfolgte.

Die Arbeits­grup­pe defi­nier­te den komplet­ten chir­ur­gi­schen Erfolg als einen IOD ≤12 mmHg oder ≤15 mmHg und um 20% nied­ri­ger als zum Zeit­punkt des XGI-Versa­gens ohne Einsatz von Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM). Der quali­fi­zier­te Erfolg umfass­te diesel­ben Krite­ri­en mit AGM, jedoch mit einer gerin­ge­ren Anzahl als vor der DS.

Die Forschen­den legten als zusätz­li­che Endpunk­te die mitt­le­re Reduk­ti­on des IOD, die Anzahl an einge­setz­ten AGM sowie die Kompli­ka­ti­ons­ra­te fest.

Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 20,1±4,9 Monate, wobei 2 Pati­en­ten vor der 12-Monats-Kontrol­le für die Nach­sor­ge ausschieden.

Die Forscher ermit­tel­ten eine signi­fi­kan­te Reduk­ti­on des mitt­le­ren IOD von 22,6±5,3 mmHg mit 1,1±0,9 AGM vor der DS auf 12,3±5,5 mmHg mit 0,3 ±0,7 AGM (IOD-Abnah­me um 45,6%; AGM-Verrin­ge­rung um 72,7%; p<0,001 und p=0,014) bei der letz­ten Kontrolle.

Den komplet­ten Erfolg mit einem IOD-Schwel­len­wert ≤12 mmHg erreich­ten 40% der Augen (quali­fi­zier­ter Erfolg bei 46,7% der Augen) und mit einer IOD-Grenze ≤15 mmHg 60% der Augen (quali­fi­zier­ter Erfolg bei 66,7% der Augen).

Demge­gen­über konsta­tier­ten die Glau­kom­ex­per­ten bei 20% der Augen (3/15) ein Thera­pie­ver­sa­gen, von denen in 2 Fällen (13,3%) eine Sicker­kis­sen­le­cka­ge mit konjunk­ti­va­len Nähten und ein hypo­to­nes Auge (6,7%) mit topi­schen Corti­cos­te­ro­iden und Scopol­a­min erfolg­reich behan­delt wurden.

(tt)

Autoren: Bravetti GE et al.
Korrespondenz: Giorgio Enrico Bravetti; giorgioenrico.bravetti@gmail.com
Studie: Outcomes of Deep Sclerectomy following Failed XEN Gel Stent Implantation in Open-Angle Glaucoma: A Prospective Study
Quelle: J Clin Med 2022; Aug 16;11(16):4784.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm11164784

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