Offen­win­kel­glau­kom und Pseudophakie

Viskokanaloplastik mit Trabekulotomie kombiniert erweist sich als wirksam und sicher

22. August 2022

OKLAHOMA CITY (Bier­mann) – Bei dem OMNI-System handelt es sich um ein glau­kom­chir­ur­gi­sches Gerät, welches eine kombi­nier­te Ab-inter­no-Visko­ka­nalo­plas­tik mit einer 360°-Trabekulotomie ermög­licht, um sowohl den dista­len als auch den proxi­ma­len Abfluss­wi­der­stand zu redu­zie­ren. Wie die Autoren einer neuen Arbeit nun gezeigt haben, stellt dieser kombi­nier­te Eingriff bei Pati­en­ten mit Offen­win­kel­glau­kom (OWG) und bereits bestehen­der Pseu­do­pha­kie (PP) eine siche­re und wirk­sa­me Thera­pie­op­ti­on dar.

In ihre retro­spek­ti­ve Fall­stu­die nahmen die Wissen­schaft­ler 52 Pati­en­ten (67 Augen; mitt­le­res Alter 76,5±8,9 Jahre; 67,7% Frauen) mit OWG (primä­res OWG 79,1%; Pseu­do­ex­fo­li­a­ti­ons-OWG 20,9%) und PP auf, bei denen der Eingriff in 3 ambu­lan­ten Opera­ti­ons­zen­tren in South- und North-Dakota sowie Minne­so­ta (USA) durch­ge­führt wurde. Die Arbeits­grup­pe evalu­ier­te die Befun­de präope­ra­tiv sowie bis zu 6 Mona­ten post­ope­ra­tiv und defi­nier­te einen chir­ur­gi­schen Erfolg als eine Verrin­ge­rung des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) um 20% zum Ausgangs­wert ohne Erhö­hung der Anzahl einge­setz­ter Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM) oder ein Abset­zen von ≥1 einge­setz­ten AGM ohne Anstieg des IOD. Andere primä­re Endpunk­te umfass­ten den mitt­le­ren IOD sowie die Anzahl einge­setz­ter AGM postoperativ.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich der mitt­le­re IOD von 22,1±8,0 mmHg mit 2,3±1,4 AGM zu Studi­en­be­ginn auf 15,2±4,9 mmHg (IOD-Reduk­ti­on um 29%) mit einer mitt­le­ren Reduk­ti­on um 0,7±1,4 AGM verbes­ser­te (beide p<0,001). 16 Augen (23,8%) waren nach 6 Mona­ten frei von AGM. Zudem konsta­tier­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten, dass 30 Augen (69,8%; 95%-KI 53,9–82,8) einen chir­ur­gi­schen Erfolg verzeich­ne­ten, welcher mit dem präope­ra­ti­ven IOD korre­lier­te. Bei Augen mit einem Ausgangs-IOD ≥22 mmHg sank der IOD um 46%, während solche mit einem initia­len IOD<22 mmHg eine Abnah­me um 11,7% aufwiesen.

Als häufigs­tes uner­wünsch­tes Ereig­nis trat bei 26 Augen (38,8%) direkt post­ope­ra­tiv ein tran­si­en­tes Hyphä­ma auf.
Demge­gen­über war bei 2 Pati­en­ten (2,9%) eine nach­fol­gen­de filtrie­ren­de chir­ur­gi­sche Inter­ven­ti­on erforderlich.

(tt)

Autoren: Bleeker AR et al.
Korrespondenz: Adam R Bleeker; adam.r.bleeker@gmail.com
Studie: Short-Term Efficacy of Combined ab Interno Canaloplasty and Trabeculotomy in Pseudophakic Eyes with Open-Angle Glaucoma
Quelle: Clin Ophthalmol 2022; Jul 21;16:2295-2303.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S367896

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