Offen­win­kel­glau­kom und OCT-Angiographie

Gefäßdichten korrelieren mit strukturellen und funktionellen Befunden

14. September 2022

ANKARA (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass die OCT-Angio­gra­phie (OCTA) bei Glau­kom­pa­ti­en­ten als ein zuver­läs­si­ges Hilfs­mit­tel zur Diagnos­tik sowie zur Verlaufs­be­ob­ach­tung – ergän­zend zu Gesichts­feld (GF)- und Struk­tur (OCT)-Tests – einsetz­bar ist. Laut den Autoren der Arbeit korre­lie­ren die Gefäß­dich­ten (VD) signi­fi­kant mit den GF-Befun­den und der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht­di­cke (RNFLT), sodass die OCTA auch bei Pati­en­ten mit mangeln­der Compli­an­ce (beim GF) oder sehr fort­ge­schrit­te­nem Befund (Boden­ef­fekt in der OCT) erfol­gen kann.

In ihre prospek­ti­ve Beob­ach­tungs­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 128 Augen ein, von denen 31 an einem Pseudoexfoliations(PEG)- sowie 55 an einem primä­ren Offen­win­kel­glau­kom (POWG) mit sich entspre­chen­den GF-Defek­ten litten. 42 Augen (HC) waren gesund.

Die Arbeits­grup­pe verglich folgen­de VD-Para­me­ter zwischen den Grup­pen: VD des peri­pa­pil­lä­ren Areals in der gesam­ten Bild­flä­che (wpVD), intra­pa­pil­lär (idVD), peri­pa­pil­lär (pVD), der Makula in der gesam­ten Bild­flä­che (wmVD) sowie para­foveo­lär (pfVD). Zusätz­lich analy­sier­ten die Forschen­den die Korre­la­tio­nen zwischen den Befun­den des GF, der RNFLT und der Papil­le mit der wpVD bzw. der wmVD.

Die Wissen­schaft­ler ermit­tel­ten sowohl in der PEG- als auch der POWG-Gruppe signi­fi­kant gerin­ge­re wpVD, idVD, wmVD sowie pfVD gegen­über der HC-Gruppe. Beim Vergleich beider Erkran­kungs­grup­pen verzeich­ne­ten die PEG-Augen signi­fi­kant nied­ri­ge­re Werte der wpVD bzw. der nasa­len pfVD als die POWG-Augen (p<0,001). Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten starke posi­ti­ve Korre­la­tio­nen zwischen der RNFLT mit der pVD (p<0,001) sowie zwischen der mitt­le­ren Abwei­chung (MD) und der Muster-Stan­dard­ab­wei­chung (PSD) im GF mit der wpVD bzw. der wmVD in beiden Glau­kom­grup­pen fest (p=0,001).

Die Autoren vermu­ten, dass die teil­wei­se gerin­ge­ren Werte der VD bei den PEG- im Vergleich zu den POWG-Pati­en­ten auf eine aggres­si­ve­re Form des Glau­koms mit einer schnel­le­ren Progres­si­on hindeuten.

(tt)

Autoren: Düzova E et al.
Korrespondenz: Emrah Düzova; emrahduzova44@hotmail.com
Studie: Optical Coherence Tomography Angiography Findings in Primary Open-Angle and Pseudoexfoliation Glaucoma
Quelle: Turk J Ophthalmol 2022; Aug 25;52(4):252-261.
Web: dx.doi.org/10.4274/tjo.galenos.2021.72654

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