Offen­win­kel­glau­kom und Kataraktextraktion

Kombination mit trabekulärem Bypass oder Goniotomie verringert IOD-Spitzen

22. April 2022

PORTLAND (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Arbeit berich­ten, führt eine Kata­rakt­ex­trak­ti­on zusam­men mit einer trabe­ku­lä­ren Mikro­by­pass-Opera­ti­on oder mit einer Gonio­to­mie zwar zu einer signi­fi­kan­ten Abnah­me post­ope­ra­ti­ver Spit­zen des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD), jedoch erweist sich die Senkung des IOD und der Anzahl an einge­setz­ten Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM) als gering im Vergleich zur allei­ni­gen Kataraktextraktion.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 138 Augen mit Offen­win­kel­glau­kom in ihre Studie ein, und teil­ten die Augen in 3 Grup­pen auf. Gruppe 1 bilde­ten 84 Augen, bei denen eine allei­ni­ge Kata­rakt­ex­trak­ti­on erfolg­te. Gruppe 2 umfass­te 25 Augen, die mit einer Kata­rakt­ex­trak­ti­on und trabe­ku­lä­rem Bypass versorgt wurden. Gruppe 3 bestand aus 29 Augen, bei denen eine Kata­rak­t­ope­ra­ti­on mit einer Gonio­to­mie durch­ge­führt wurde. Die Arbeits­grup­pe verglich die Grup­pen in Bezug auf die post­ope­ra­ti­ven IOD-Ergeb­nis­se und die Anzahl einge­setz­ter AGM. Die präope­ra­ti­ven Werte des IOD sowie die prä- und post­ope­ra­ti­ve Anzahl an AGM wurden ange­passt. Zusätz­lich defi­nier­te die Gruppe eine IOD-Spitze als einen IOD am 1. post­ope­ra­ti­ven Tag von ≥21 mmHg sowie als einen IOD, der um 10 mmHg höher lag als der präope­ra­ti­ve Wert.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Pati­en­ten aller 3 Grup­pen nach 3 und 6 Mona­ten post­ope­ra­tiv eine signi­fi­kan­te Reduk­ti­on des IOD (p≤0,004) und der Medi­ka­men­ten­last (p≤0,001) im Vergleich zu ihren präope­ra­ti­ven Werten aufwie­sen. Im Vergleich zur Gruppe 1 konsta­tier­ten die Exper­ten, dass in den Grup­pen 2 und 3 nahezu iden­ti­sche IOD-Senkun­gen 1 Monat post­ope­ra­tiv auftra­ten, während nach 3 und 6 Mona­ten post­ope­ra­tiv unter­schied­li­che Ergeb­nis­se verzeich­net wurden. Die Ände­rung der Anzahl an AGM unter­schied sich zwischen den Grup­pen bei keiner post­ope­ra­ti­ven Kontrol­le signi­fi­kant. Demge­gen­über beob­ach­te­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass der IOD am 1. post­ope­ra­ti­ven Tag in den Grup­pen 2 und 3 stark absank und eine rela­ti­ve Risi­ko­re­duk­ti­on von etwa 70% für IOD-Spit­zen vorlag (p≤0,001 für beide).

(tt)

Autoren: McNiel CL et al.
Korrespondenz: Steven L Mansberger; smansberger@deverseye.org
Studie: Intraocular Pressure and Medication Burden with Cataract Surgery Alone, or Cataract Surgery Combined with Trabecular Bypass or Goniotomy
Quelle: J Glaucoma 2022; Mar 29 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/IJG.0000000000002028

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