Offen­win­kel­glau­kom und iStent versus Microhook-Trabekulotomie

Ergebnisse in Kombination mit Phako entsprechen sich in etwa

29. August 2022

KANAGAWA (Bier­mann) – Der iStent-Micro­by­pass (Titan-Shunt-Implan­ta­ti­on in den Schlemm-Kanal) und die Micro­hook-Trabe­ku­lo­to­mie (µLOT) ab inter­no (Mikro­ha­ken-Inzi­si­on des Trabe­kel­werks und der Innen­wand des Schlemm-Kanals) bezeich­nen trabe­ku­lä­re mini­mal­in­va­si­ve glau­kom­chir­ur­gi­sche Verfah­ren. Wie die Autoren einer neuen Arbeit nun berich­ten, erwei­sen sich beide in Kombi­na­ti­on mit einer Phako­emul­si­fi­ka­ti­on (Phako) als nahezu iden­tisch wirk­sam, während die iStent-Augen einen gerin­ge­ren post­ope­ra­ti­ven Reiz­zu­stand aufweisen.

In ihre retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 20 Pati­en­ten (mitt­le­res Alter 73,6±7,3 Jahre) mit leich­tem bis mittel­schwe­rem Offen­win­kel­glau­kom und visu­ell signi­fi­kan­ter Kata­rakt ein, bei denen in einem Auge (schlech­te­re mitt­le­re Abwei­chung [MD] im Gesichts­feld; ‑8,1 dB) eine µLOT-Phako und im Part­ner­au­ge (MD ‑3,9 dB) eine iStent-Phako durch­ge­führt wurde. Die Arbeits­grup­pe bewer­te­te den prä- und post­ope­ra­ti­ven Augen­in­nen­druck (IOD), die Verän­de­run­gen des Reiz­zu­stan­des in der Vorder­kam­mer (ACF) sowie die kornea­le Endo­thel­zell­dich­te (ECD). Die Nach­un­ter­su­chungs­zeit betrug 12 Monate.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich der mitt­le­re IOD in der µLOT-Gruppe von 16,7 mmHg mit 3,1 einge­setz­ten Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM) zu Studi­en­be­ginn auf 13,6 mmHg mit 0,4 AGM nach 12 Mona­ten verbes­ser­te (Reduk­ti­on um 17,8%), während die iStent-Gruppe eine Verbes­se­rung von 16,2 mmHg mit 2,8 AGM auf 13,6 mmHg mit 0,6 AGM verzeich­ne­te (Abnah­me um 17,2%). Zudem nahm die kornea­le ECD in beiden Grup­pen nicht signi­fi­kant ab (µLOT ‑171,6 vs. iStent ‑146,6 Zellen/mm2).

Indes konsta­tier­ten die Exper­ten, dass der ACF bei den µLOT-Augen von 9,5 pc/ms (photon-count­s/­mil­li­sec) präope­ra­tiv auf 30,1 pc/ms direkt post­ope­ra­tiv anstieg und sich erst nach 30 Tagen auf 11,4 pc/ms norma­li­sier­te, während die iStent Augen einen gerin­ge­ren Anstieg des ACF von 9,6 pc/ms auf 18,1 pc/ms direkt post­ope­ra­tiv zeig­ten und bereits nach 7 Tagen wieder im Norm­be­reich (11,2 pc/ms) lagen (p<0,01).

(tt)

Autoren: Tokuda N et al.
Korrespondenz: Naoto Tokuda; tokunao@nifty.com
Studie: Comparison of minimally invasive glaucoma surgery with trabecular micro-bypass stent and microhook ab interno trabeculotomy performed in conjunction with cataract surgery
Quelle: Int J Ophthalmol 2022; Jul 18;15(7):1082-1088.
Web: dx.doi.org/10.18240/ijo.2022.07.07

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