Offen­win­kel­glau­kom

Ultraschall-Zykloplastik zeigt gutes Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil

29. November 2021

PISA (Bier­mann) – Bei der Ultra­schall-Zyklo­plas­tik (UCP) handelt es sich um eine selek­ti­ve, parti­el­le Koagu­la­ti­on des Zili­ar­kör­pers mittels hoch­in­ten­si­vem, fokus­sier­tem Ultra­schall (HIFU), um eine Senkung des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) zu errei­chen. Laut den Autoren einer neuen Studie zeigen deren 2‑Jah­res-Ergeb­nis­se, dass der IOD durch eine einma­li­ge UCP dauer­haft stabil nied­rig gehal­ten werden kann, wobei das Neben­wir­kungs­pro­fil tole­ra­bel ist.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 59 chir­ur­gisch-naive Pati­en­ten (66 Augen) mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom und einem IOD ≥21 mmHg in die prospek­ti­ve, nicht­ran­do­mi­sier­te, einar­mi­ge, multi­zen­tri­sche klini­sche Studie ein.

Die Pati­en­ten wurden bei der UCP mit einer Thera­pie­son­de behan­delt, die auf der Augen­ober­flä­che in einem Kontakt­glas-ähnli­chem Posi­tio­nie­rungs­ko­nus lag und 6 piezo­elek­ti­sche Ultra­schall­wand­ler beinhal­te­te, die nach­ein­an­der für jeweils 8 Sekun­den akti­viert wurden (Eingriffs­dau­er max. 5min.).

Die Studi­en­grup­pe führte vor dem Eingriff, 1 Tag sowie 1, 3, 6, 12, 18 und 24 Monate post­ope­ra­tiv eine gründ­li­che ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung durch. Als primä­re Endpunk­te legte die Gruppe den voll­stän­di­gen Erfolg – defi­niert als IOD-Senkung um ≥20% gegen­über dem Ausgangs­wert ohne zusätz­li­che Antig­lau­kom­a­to­sa – sowie visus­be­dro­hen­de Kompli­ka­tio­nen fest. Zu den sekun­dä­ren Endpunk­ten zähl­ten Kompli­ka­tio­nen sowie eine verrin­ger­te Anzahl an Antiglaukomatosa.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich der IOD post­ope­ra­tiv signi­fi­kant verrin­ger­te (p<0,05). Der IOD sank von einem mitt­le­ren präope­ra­ti­ven Wert von 24,3±2,9 mmHg mit 2,3 Antig­lau­kom­a­to­sa nach 2 Jahren auf 15,9±3,6 mmHg mit 2,2 Antig­lau­kom­a­to­sa (mitt­le­re IOD-Reduk­ti­on 33% vom Ausgangswert).

Des Weite­ren stell­ten die Glau­kom­ex­per­ten fest, dass sich bei 74% der Augen ein chir­ur­gi­scher Erfolg beob­ach­ten ließ.

Als uner­wünsch­te Ereig­nis­se zeig­ten sich ein tran­si­en­ter Vorder­kam­mer-Reiz­zu­stand, eine Verän­de­rung der Refrak­ti­on, eine vorüber­ge­hen­de okulä­re Hypo­to­nie sowie ein Maku­la­ö­dem. Die Ophthal­mo­lo­gen beob­ach­te­ten keine schwer­wie­gen­den intra- oder post­ope­ra­ti­ven Kompli­ka­tio­nen oder einen signi­fi­kan­ter Visusverlust.

(tt)

Autoren: Figus M et al.
Korrespondenz: Michele Figus; michele.figus@unipi.it
Studie: Ultrasound Cyclo Plasty for Treatment of Surgery-Naïve Open-Angle Glaucoma Patients: A Prospective, Multicenter, 2-Year Follow-Up Trial
Quelle: J Clin Med 2021; Oct 27;10(21):4982.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm10214982

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