Offen­win­kel­glau­kom

Sehschwäche und Blindheit durch Populationsscreening halbiert

16. April 2021

MALMÖ (Bier­mann) – In einer retro­spek­ti­ven Kohor­ten­stu­die unter­such­te eine schwe­di­sche Arbeits­grup­pe, welche Auswir­kun­gen ein Popu­la­ti­ons­scree­ning auf eine mögli­che Sehbe­hin­de­rung und Blind­heit durch ein Offen­win­kel­glau­kom haben kann. Ihre Ergeb­nis­se legen nahe, dass das Popu­la­ti­ons­scree­ning eine bila­te­ra­le Sehschwä­che und Blind­heit aufgrund eines Glau­koms um etwa 50% redu­zie­ren kann.

Das bevöl­ke­rungs­ba­sier­te Glau­kom-Scree­ning wurde von 1992–1997 in Malmö, Schwe­den, mit 32.918 Proban­den durch­ge­führt. Von 42.497 einge­la­de­nen Proban­den nahmen 9.579 nicht teil (Non-Respon­der).

Die Aufzeich­nun­gen der Glau­kom­pa­ti­en­ten, die vom 1. Januar 1987 bis zum 31. Dezem­ber 2017 die Augen­kli­nik des Univer­si­täts­kli­ni­kums Malmö besucht hatten, wurden über­prüft. Pati­en­ten, die bei oder nach dem Scree­ning diagnos­ti­ziert wurden, wurden auf mittel­schwe­re oder schwe­re Sehstö­run­gen unter­sucht, die die Autoren nach WHO-Defi­ni­ti­on als Sehbe­hin­de­rung oder Blind­heit bezeich­nen. Die Selek­ti­ons­ver­zer­rung korri­gier­ten die Autoren, indem sie eine Gruppe poten­zi­el­ler Scree­ning-Teil­neh­mer aus einer Vergleichs­grup­pe klini­scher Pati­en­ten erstell­ten.

Ziel­grö­ße war das Risi­ko­ver­hält­nis der kumu­la­ti­ven Inzi­denz für eine bila­te­ra­le Sehbe­hin­de­rung oder Erblin­dung durch Glau­kom bei den gescreen­ten Pati­en­ten gegen­über der Vergleichs­grup­pe.

Die kumu­la­ti­ve Inzi­denz von Blind­heit betrug 0,17% in der unter­such­ten Popu­la­ti­on versus 0,32% in der Vergleichs­grup­pe und für Sehbe­hin­de­rung 0,25% versus 0,53%. Das rela­ti­ve Risiko (95%-Konfidenzintervall) zwischen den beiden betrug 0,52 (0,32–0,84) für Blind­heit und 0,46 (0,31–0,68) für Sehbe­hin­de­rung. Zwischen der Vergleichs­grup­pe und den Non-Respon­dern gab es keine Unter­schie­de beim Anteil poten­zi­el­ler Stör­fak­to­ren.

(isch)

Autoren: Aspberg J et al.
Korrespondenz: Johan Aspberg; johan.aspberg@med.lu.se
Studie: Screening for open-angle glaucoma and its effect on blindness
Quelle: Am J Ophthalmol 2021 Apr 3:S0002-9394(21)00154-9.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2021.03.030

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