Offen­win­kel­glau­kom

Perforation des Descemet-Fensters kann das Ergebnis der Kanaloplastik verbessern

17. Mai 2019

KÖLN (Bier­mann) – Eine intra­ope­ra­tiv vorge­se­he­ne zusätz­li­che Öffnung des Desce­met-Fens­ters zeigte in einer retro­spek­ti­ven Studie mit 114 Pati­en­ten nach einem Jahr tenden­zi­ell besse­re, wenn auch nicht statis­tisch signi­fi­kan­te Ergeb­nis­se hinsicht­lich der Senkung des Augen­in­nen­drucks, der Sehschär­fe und des post­ope­ra­ti­ven Medi­ka­men­ten­ein­sat­zes. Darüber hinaus wurde im kurz­sich­ti­gen Auge nach dem Öffnen des Desce­met-Fens­ters kein erhöh­tes Kompli­ka­ti­ons­ri­si­ko beobachtet.

Die Pati­en­ten wurden in drei Grup­pen einge­teilt: Gruppe 1 mit intak­tem Desce­met-Fens­ter (n=35), Gruppe 2 mit verse­hent­li­cher Ruptur des Desce­met-Fens­ters (n=40) und Gruppe 3 mit geplan­tem Einstich in das Desce­met-Fens­ter (n=39). Ziel­pa­ra­me­ter waren die Senkung des Augen­in­nen­drucks und die Anzahl der den Augen­in­nen­druck senken­den Medikamente. 

Die Pati­en­ten wurden zu Studi­en­be­ginn sowie am ersten post­ope­ra­ti­ven Tag und 1, 3, 6 und 12 Monate nach dem Eingriff einer voll­stän­di­gen ophthal­mo­lo­gi­schen Unter­su­chung unterzogen. 

Nach 12 Mona­ten zeig­ten alle drei Grup­pen eine statis­tisch signi­fi­kan­te Verrin­ge­rung des mitt­le­ren Augen­in­nen­drucks und der Anzahl der Glau­kommedi­ka­men­te im Vergleich zu den präope­ra­ti­ven Werten. So wies Gruppe 1 (Gruppe 2/3) nach 12 Mona­ten eine durch­schnitt­li­che Reduk­ti­on des Augen­in­nen­drucks um 27,3% (33,1%/36,3%) auf. Der Gebrauch der Medi­ka­men­te zur Senkung des Augen­in­nen­drucks redu­zier­te sich um 75% (82,6%/91,7%). Beim Vergleich der drei Opera­ti­ons­grup­pen ergab sich zu allen Zeit­punk­ten kein signi­fi­kan­ter Unter­schied in Bezug auf die Senkung des Augen­in­nen­drucks und der Medi­ka­ti­on (p>0,05). Chir­ur­gi­sche Kompli­ka­tio­nen waren ähnlich selten. 

Die Anzahl der subkon­junk­ti­va­len Blasen war in den drei Grup­pen statis­tisch signi­fi­kant unter­schied­lich (Gruppe 1: 0%, Gruppe 2: 15%, Gruppe 3: 12,8%; p<0,05). In Gruppe 1 war in drei Fällen eine Wieder­ho­lung nach der Opera­ti­on erforderlich. 

Ein signi­fi­kan­ter Unter­schied in Bezug auf Augen­in­nen­druck, Medi­ka­men­ten­ein­nah­me und Sehschär­fe wurde zwischen kurz­sich­ti­gen und nicht kurz­sich­ti­gen Augen nach einer Kanalo­plas­tik nicht fest­ge­stellt. Der post­ope­ra­ti­ve Frage­bo­gen zeigte, dass die Pati­en­ten mit 90,5% in Gruppe 1, 88,5% in Gruppe 2 und 90,5% in Gruppe 3 mit den Ergeb­nis­sen der Opera­ti­on sehr zufrie­den waren.

(isch)

Autoren: Pullig B et al.
Korrespondenz: Pullig B; Barbarapullig@gmail.com
Studie: Can perforations of descemet's window (DW) improve the outcome of canaloplasty in open angle glaucoma?
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2019 May 6. [Epub ahead of print].
Web: https://doi.org/10.1007/s00417-019-04340-z

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