Offen­win­kel­glau­kom

Papillenrandblutungen mit Progression der neuroretinalen Randsaumdicke assoziiert

8. Juli 2021

BOSTON (Bier­mann) – Die Ergeb­nis­se einer prospek­ti­ven Kohor­ten­stu­die stüt­zen die Hypo­the­se, dass Papil­len­rand­blu­tun­gen eher Indi­ka­to­ren für eine anhal­ten­de Glau­kom­pro­gres­si­on sind als einzel­ne Ereig­nis­se, die eine nach­fol­gen­de Progres­si­on verur­sa­chen. In der Studie, die im „Ameri­can Jour­nal of Ophthal­mo­lo­gy“ veröf­fent­licht wurde, bewer­te­ten die US-ameri­ka­ni­schen Wissen­schaft­ler zusam­men mit ihrem nieder­län­di­schen Kolle­gen Johan­nes de Boer vom Laser­LaB Amster­dam bei 124 Pati­en­ten mit einem Offen­win­kel­glau­kom die Bezie­hung zwischen Papiel­len­rand­blu­tun­gen und der Glau­kom­pro­gres­si­on. Sie stell­ten fest, dass einer Glau­kom­pro­gres­si­on bei der Mehr­heit der Pati­en­ten Papil­len­rand­blu­tun­gen vorausgingen.

Die Längs­schnitt­stu­die schloss 124 Pati­en­ten mit einem Offen­win­kel­glau­kom ein, bei denen 5 Jahre lang jähr­lich am selben Tag folgen­de Unter­su­chun­gen durch­ge­führt wurden: Papil­len­fo­to­gra­fie (DP), Gesichts­feld (VF), Spec­tral-Domain-Opti­sche-Kohä­renz­to­mo­gra­phie (SD-OCT), Scans der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (RNFL) und des Nervus opti­cus. Die Dicke des mini­ma­len Distanz­bands (mini­mum distance band, MDB), ein 3D-Para­me­ter des neuro­re­ti­na­len Rand­saums, wurde aus den Scans des Nervus opti­cus berech­net. Mittels ereig­nis­ba­sier­ter Analy­se wurden die Pati­en­ten als Glau­kom-Progres­sor oder Nicht-Glau­kom-Progres­sor klassifiziert.

Von den 124 Pati­en­ten mit einem Offen­win­kel­glau­kom hatten 19 (15,3%) eine oder mehre­re Papil­len­rand­blu­tun­gen bei der jähr­li­chen Papil­len­fo­to­gra­fie. Eine Papil­len­rand­blu­tung war mit einer loka­li­sier­ten Progres­si­on der drei­di­men­sio­na­len neuro­re­ti­na­len Rand­saum­di­cke asso­zi­iert (supe­rio­re MDB-Progres­si­on; OR 3,96, p=0,04), nicht jedoch mit einer globa­len oder infe­rio­ren MDB-Progres­si­on (p=0,14 bzw. p=0,81), einer DP-Progres­si­on (p=0,08) , einer VF-Progres­si­on (p=0,45) oder einer RNFL-Progres­si­on global, infe­ri­or oder supe­ri­or (p=0,17, p=0,26 bzw. p=0,76). Bei der Mehr­heit der Pati­en­ten mit einer MDB-Progres­si­on (14/17 oder 82%) wurde die Progres­si­on vor oder gleich­zei­tig mit dem ersten Auftre­ten von Papil­len­rand­blu­tun­gen festgestellt.

(isch)

Autoren: Margeta MA et al.
Korrespondenz: Teresa C. Chen; Teresa_chen@meei.harvard.edu
Studie: Disc Hemorrhages are Associated with Localized Three-Dimensional Neuroretinal Rim Thickness Progression in Open-Angle Glaucoma
Quelle: Am J Ophthalmol 2021 Jun 29:S0002-9394(21)00346-9.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2021.06.021

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