Offen­win­kel­glau­kom

Niedriger Blutdruck ist von ätiologischer Bedeutung

10. November 2021

PALO ALTO (Bier­mann) – Ein nied­ri­ger Blut­druck (BP) ist mit einem erhöh­ten Risiko für ein Offen­win­kel­glau­kom (OAG) asso­zi­iert. Es besteht jedoch keine Evidenz für die unter­schied­li­che Wirkung eines behan­del­tem und unbe­han­del­tem nied­ri­gen BP. Dies schrei­ben die Autoren einer aktu­el­len Studie und unter­strei­chen, dass die Ergeb­nis­se mit frühe­ren Studi­en konsis­tent sind, die eine vasku­lä­re Dysre­gu­la­ti­on als poten­zi­el­le Ätio­lo­gie für die Entwick­lung eines OAG annehmen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 20.815 Pati­en­ten, die augen­ärzt­lich betreut wurden, in ihre retro­spek­ti­ve, longi­tu­di­na­le Kohor­ten­stu­die ein. Alle Pati­en­ten wurden ≥15 Monate lang nach­be­ob­ach­tet und es war 1 BP-Messung erfolgt. Die entspre­chen­den elek­tro­ni­schen Pati­en­ten­ak­ten wurden in der Daten­bank des Natio­nal Insti­tu­te of Health im Rahmen des All-of-Us-Forschungs­pro­gram­mes verwaltet.

Mithil­fe uni- und multi­va­ria­bler Cox-Regres­si­ons­mo­del­len über­prüf­te die Arbeits­grup­pe die Vorher­sag­bar­keit des Risi­kos für ein OWG. Der mitt­le­re arte­ri­el­le Druck (MAP) und die Anzahl der BP-Medi­ka­men­te wurden als zeit­va­ria­ble Prädik­to­ren ange­ge­ben, um Verän­de­run­gen im Laufe der Zeit zu berücksichtigen.

Die Forscher ermit­tel­ten bei 462 Teil­neh­mern ein OAG. Ein nied­ri­ger BP (MAP <83,0 mmHg) war mit einem erhöh­ten Risiko für ein OAG asso­zi­iert (HR 1,32; 95%-KI 1,04–1,67). Demge­gen­über waren Blut­hoch­druck (MAP >101,3 mmHg) sowie die Anzahl an BP-Medi­ka­men­ten nach Berück­sich­ti­gung von Kova­ria­ten nicht mit einem OAG verbunden.

Als Risi­ko­fak­tor für ein OAG galt es auch, wenn die Pati­en­ten Schwar­ze (HR 3,31; 95%-KI 2,63–4,17), latein­ame­ri­ka­ni­scher Abstam­mung (HR 2,53; 95%-KI 1,94–3,28), Asia­ten (HR 2,22; 95%-KI 1,24–3,97), älter (≥ 80 Jahre; HR 20,1; 95%-KI 9,10–44,5) oder Diabe­ti­ker waren (HR 1,32; 95%-KI 1,04–1,67). Demge­gen­über bestand bei Frauen ein gerin­ge­res Risiko für ein OAG (HR 0,66; 95%-KI 0,55–0,80). Ebenso wurden keine signi­fi­kan­ten Wech­sel­wir­kun­gen zwischen dem MAP und der Anzahl an BP-Medi­ka­men­ten hinsicht­lich des OAG-Risi­kos beobachtet.

(tt)

Autoren: Lee EB et al.
Korrespondenz: Sophia Y Wang; sywang@stanford.edu
Studie: The association between blood pressure, blood pressure medications, and glaucoma in a nationwide electronic health records database
Quelle: Ophthalmology 2021; Oct 21;S0161-6420(21)00819-8.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ophtha.2021.10.018

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