Offen­win­kel­glau­kom

Erfolge nach iStent und iStent-inject mit Phakoemulsifikation ähneln sich

29. September 2021

PHILADELPHIA (Bier­mann) – Die trabe­ku­lä­re Mikro-Bypass-Tech­no­lo­gie stellt eine gering inva­si­ve Tech­nik für die Behand­lung des Offen­win­kel­glau­koms (OWG) dar. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass die iStent-inject-Implan­ta­ti­on in Kombi­na­ti­on mit einer Phako­emul­si­fi­ka­ti­on im Vergleich zur allei­ni­gen iStent-Implan­ta­ti­on zwar häufi­ger zu einem Augen­in­nen­druck (IOD) ≤15 mmHg führt, der chir­ur­gi­sche Erfolg jedoch in beiden Grup­pen nahezu iden­tisch ist.

Die Autoren beto­nen, dass nicht der Typ des Stents Prädik­tor für ein chir­ur­gi­sches Versa­gen sei, sondern ein höhe­res Alter und ein nied­ri­ger Ausgangs-IOD.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 148 Pati­en­ten (197 Augen) mit OWG in die retro­spek­ti­ve, mono­zen­tri­sche Vergleichs­stu­die auf und kontrol­lier­ten sie ≥1 Jahr. Bei 122 Augen war eine iStent-Implan­ta­ti­on und bei 75 Augen eine Kombi­na­ti­ons­ope­ra­ti­on erfolgt.

Zu den Haupt­er­geb­nis­pa­ra­me­tern zähl­ten die Verän­de­rung des IOD und die Anzahl an Medi­ka­men­ten inner­halb und zwischen den Grup­pen, der Anteil an Augen, die einen IOD ≤15 mmHg erreich­ten sowie der chir­ur­gi­sche Erfolg, defi­niert als 20% IOD-Reduk­ti­on gegen­über dem Ausgangs­wert nach 6/12 Mona­ten. Zusätz­lich iden­ti­fi­zier­te die Arbeits­grup­pe mithil­fe uni- und multi­va­ria­ter Regres­si­ons­ana­ly­sen Prädik­to­ren für ein chir­ur­gi­sches Versagen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass beide Grup­pen in den Mona­ten 6/12 eine signi­fi­kan­te Reduk­ti­on des IOD und der Medi­ka­men­te erreich­ten (p<0,05).

Im Monat 6 lag der IOD in der Kombi­na­ti­ons­grup­pe signi­fi­kant gerin­ger als in der iStent-Gruppe (p=0,003). Dieser Unter­schied verschwand jedoch bis Monat 12 wieder (p=0,172). Ebenso bestand in den Mona­ten 6/12 kein Unter­schied bei der Anzahl an Medi­ka­men­ten (p>0,05) und bei dem chir­ur­gi­schen Erfolg beider Grup­pen (p>0,05).

Demge­gen­über erreich­ten mehr iStent-inject-Augen in Monat 6 (p=0,003) und 12 (p=0,047) einen IOD ≤ 15mmHg.

Beide Grup­pen wiesen ähnli­che kumu­la­ti­ve Raten an chir­ur­gi­schem Versa­gen auf (p=0,644). Indes­sen fanden sich im multi­va­ria­ten Modell als stärks­te Prädik­to­ren für das Versa­gen ein höhe­res Alter (p=0,017) sowie ein nied­ri­ge­rer Ausgangs-IOD (p=0,002).

(tt)

Autoren: Shalaby WS et al.
Korrespondenz: Wesam Shamseldin Shalaby; wshalaby@willseye.org
Studie: iStent versus iStent inject implantation combined with phacoemulsification in open angle glaucoma
Quelle: Indian J Ophthalmol 2021; Sep;69(9):2488-2495.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_308_21

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