Offen­win­kel- und Pseu­do­ex­fo­li­a­ti­ons­glau­kom nach Trabekulektomie

Perfusion im tiefen Gefäßplexus der Makula verbessert sich

22. Juni 2022

USAK (Bier­mann) – Wie die Autoren einer neuen Veröf­fent­li­chung schrei­ben, führt eine Verrin­ge­rung des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) nach einer Trabe­ku­lek­to­mie bei Glau­kom­pa­ti­en­ten zu einer signi­fi­kan­ten Verbes­se­rung der Perfu­si­ons­pa­ra­me­ter im tiefen Kapil­lar­ple­xus (DCP) der Maku­la­re­gi­on, während die Mikro­zir­ku­la­ti­on der peri­pa­pil­lä­ren Region sowie des maku­lä­ren ober­fläch­li­chen Gefäß­ple­xus (SCP) unbe­ein­flusst bleibt.

In ihre prospek­ti­ve Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler insge­samt 20 Pati­en­ten mit mittel­schwe­rem Glau­kom (mitt­le­re MD 10,77±6,39 dB) ein. Bei 12 Patienten/Augen (60%) bestand ein primä­res Offen­win­kel­glau­kom (POWG) und bei 8 Patienten/Augen (40%) ein Pseu­do­ex­fo­li­a­ti­ons­glau­kom (PEX‑G). Bei allen Studi­en­teil­neh­mern wurde im Zeit­raum Januar 2019 bis Juli 2020 eine Trabe­ku­lek­to­mie durchgeführt.

Die Arbeits­grup­pe analy­sier­te und verglich mithil­fe der OCT-Angio­gra­phie (OCT‑A) die fovea­le avasku­lä­re Zone (FAZ), die peri­pa­pil­lä­re Gefäß­dich­te (VD) sowie die VD des SCP und DCP der Makula prä- und post­ope­ra­tiv. Die Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 6 Monate.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich der mitt­le­re IOD von 22,4±2,4 mmHg präope­ra­tiv auf 14,9±2,4 mmHg nach 6 Mona­ten verbes­ser­te (p<0,001). Des Weite­ren beob­ach­te­ten die Exper­ten keine Verän­de­rung der peri­pa­pil­lä­ren VD oder der VD des SCP der Makula bei der fina­len 6‑Mo­nats-Kontrol­le. Demge­gen­über stell­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten fest, dass die gesam­te VD (WI-VD), die fovea­le VD (F‑VD), die para­fovea­le VD (PAF-VD) sowie die perif­ovea­le VD (PEF-VD) im DCP der Makula signi­fi­kant anstie­gen (p=0,003; p=0,026; p=0,006; p=0,004). Demzu­fol­ge vermin­der­ten sich auch die Fläche der FAZ (FAZ‑A; p=0,026) sowie die Fläche im Umkreis der FAZ (FAZ‑P; p=0,049) signi­fi­kant, während die fovea­le Blut­fluss­dich­te (FD) gleich­zei­tig signi­fi­kant zunahm (p=0,005).

Die Autoren resü­mie­ren, dass sich die OCT‑A als bild­ge­ben­des Hilfs­mit­tel zur Beur­tei­lung der Perfu­si­on im FAZ-Bereich im Rahmen der post­ope­ra­ti­ven Nach­sor­ge eignet und wert­vol­le Infor­ma­tio­nen zur Progno­se liefert.

(tt)

Autoren: Güngör D et al.
Korrespondenz: Suzan Dogruya; sdogruya@hotmail.com
Studie: Changes in optic nerve head and macula optical coherence tomography angiography parameters before and after trabeculectomy
Quelle: Jpn J Ophthalmol 2022 May;66(3):305-313.
Web: dx.doi.org/10.1007/s10384-022-00919-y

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