OCT und Glaukomdiagnostik

Einfluss der Bruchschen Membranöffnung auf die Diagnose des Glaukoms

16. August 2019

HALIFAX (Bier­mann) – In einer retro­spek­ti­ven Quer­schnitts­stu­die hat eine kana­di­sche Arbeits­grup­pe bei einer Bevöl­ke­rung euro­päi­scher Abstam­mung die Genau­ig­keit der Glau­kom­dia­gnos­tik hinsicht­lich Alter und Bruch­scher Membran­öff­nungs­flä­che (BMOA) unter­sucht. Die norma­ti­ven Klas­si­fi­ka­tio­nen wurden der mini­ma­len Rand­saum­wei­te (MRW) und der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht­di­cke (RNFLT) ange­passt. Dabei zeigte sich, dass die RNFLT-Sensi­ti­vi­tät bei Augen mit größe­rem BMOA höher war, jedoch können Alter und Gesichts­feld­de­fek­te diese Asso­zia­ti­on beein­flus­sen. Die diagnos­ti­sche Genau­ig­keit der MRW war nicht von der BMOA abhängig.

Die Kana­di­er haben 182 Glau­kom­pa­ti­en­ten und 166 gesun­de Kontroll­per­so­nen in die Primär­stu­die und 105 Glau­kom­pa­ti­en­ten in eine Repli­ka­ti­ons­stu­die einge­schlos­sen. Opti­sche Kohä­renz­to­mo­gra­phie-Messun­gen der BMOA, globa­le MRW und RNFLT sowie norma­ti­ve Klas­si­fi­ka­tio­nen aus der Gerä­te­soft­ware wurden zur Analy­se expor­tiert. Sensi­ti­vi­tät und Spezi­fi­tät wurden für ein konser­va­ti­ves Krite­ri­um (abnor­mal = Klas­si­fi­zie­rung außer­halb der norma­len Gren­zen) und ein libe­ra­les Krite­ri­um (abnor­mal = Klas­si­fi­zie­rung außer­halb der norma­len Gren­zen oder Grenz­wert­klas­si­fi­zie­rung) berech­net. Die Abhän­gig­keit von Sensi­ti­vi­tät und Spezi­fi­tät von BMOA wurde mit einem Vergleich zwischen Unter­grup­pen, die durch Terti­le der BMOA unter­teilt waren, und mit einer logis­ti­schen Regres­si­on analysiert.

Für das konser­va­ti­ve Krite­ri­um war die MRW-Sensi­ti­vi­tät unab­hän­gig von der BMOA (p≥0,76), während die RNFLT-Sensi­ti­vi­tät in der großen BMOA-Unter­grup­pe zunahm (p=0,04, Odds Ratio: 1,2 pro mm2 [p=0,02]). Für das libe­ra­le Krite­ri­um waren die MRW- und RNFLT-Sensi­ti­vi­tä­ten unab­hän­gig von der BMOA (p≥0,53). Die Spezi­fi­tä­ten waren unab­hän­gig von der BMOA (p≥0,07).

In der Repli­ka­ti­ons­stu­die, an der auch jünge­re Pati­en­ten mit einer größe­ren BMOA und stär­ke­ren Gesichts­feld­de­fek­ten als in der Primär­stu­die teil­nah­men, waren die Sensi­ti­vi­tä­ten für beide Krite­ri­en unab­hän­gig von der BMOA (p≥0,10).

(isch)

Autoren: Torres LA et al.
Korrespondenz: Jayme R. Vianna; jayme.vianna@dal.ca
Studie: Influence of Bruch's Membrane Opening Area in Diagnosing Glaucoma with Neuroretinal Parameters from Optical Coherence Tomography
Quelle: Am J Ophthalmol 2019 Jul 24. pii: S0002-9394(19)30345-9.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2019.07.009

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.