Nicht­pro­li­fe­ra­ti­ve diabe­ti­sche Retinopathie

Vitamin E wirkt einer Progression entgegen

13. Juni 2022

SUBANG JAYA (Bier­mann) – Bei den Toco­tri­en­o­len (T3) handelt es sich um 4 Formen des Vitamin E (Toco­phe­rol), die anti­oxi­da­ti­ve, anti­in­flamma­to­ri­sche, anti­throm­bo­ge­ne sowie antian­gio­ge­ne Eigen­schaf­ten aufwei­sen. Die Autoren einer neuen Arbeit haben nun heraus­ge­fun­den, dass die länger­fris­ti­ge Einnah­me von T3 bei Pati­en­ten mit nicht­pro­li­fe­ra­ti­ver diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie (NPDR) die Progres­si­on bereits bestehen­der patho­lo­gi­scher Verän­de­run­gen posi­tiv beeinflusst.

In ihre multi­zen­tri­sche, rando­mi­sier­te, doppel­ver­blin­de­te und place­bo­kon­trol­lier­te Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 55 Typ-2-Diabe­ti­ker (103 Augen) mit thera­pi­e­nai­ver NPDR ein und teil­ten die Kohor­te in 2 Grup­pen auf. Die Behand­lungs­grup­pe (T3-Gruppe; n=27) supple­men­tier­te 200 mg T3 2‑mal/d, während die Kontroll­grup­pe (DR-Gruppe; n=28) Place­bo erhielt.

Die Behand­lungs­dau­er betrug 12 Monate. Die Arbeits­grup­pe erhob die reti­na­len Befun­de zu Studi­en­be­ginn sowie nach 2, 6 und 12 Mona­ten. Zusätz­lich bestimm­te sie bei jeder Kontrol­le den Serum­spie­gel vom vasku­lä­ren endo­the­lia­len Wachs­tums­fak­tor (VEGF), von dem bislang bekannt war, dass er den okulä­ren Angio­ge­ne­se­pro­zess widerspiegelt.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die DR-Gruppe nach 12 Mona­ten einen signi­fi­kan­ten Anstieg der media­nen prozen­tua­len Fläche der reti­na­len Mikro­blu­tun­gen um 23,42% verzeich­ne­te (p=0,013), während die T3-Gruppe keine signi­fi­kan­ten Verän­de­run­gen aufwies (p=0,851).

Darüber hinaus beob­ach­te­ten die Reti­no­lo­gen in der T3-Gruppe nach12 Mona­ten einen signi­fi­kan­ten Rück­gang der media­nen prozen­tua­len Fläche eines bestehen­den diabe­ti­schen Maku­la­ö­dems (28 Augen) um 48,38% (p<0,001), während in der DR-Gruppe (28 Augen) keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de gegen­über dem Befund zu Studi­en­be­ginn auftraten.

Demge­gen­über konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de im Serum­spie­gel von VEGF beider Gruppen.

Die Autoren merken an, dass der genaue Wirkungs­me­cha­nis­mus von T3 bei NPDR nicht geklärt ist, da aufgrund gleich­blei­ben­der Serum­wer­te von VEGF die Hemmung der Angio­ge­ne­se keine entschei­den­de Rolle zu spie­len scheint.

(tt)

Autoren: Ho JI et al.
Korrespondenz: J-Ian Ho; ian.ho1996@gmail.com
Studie: The effects of vitamin E on non-proliferative diabetic retinopathy in type 2 diabetes mellitus: Are they sustainable with 12 months of therapy
Quelle: SAGE Open Med 2022; May 26;10:20503121221095324.
Web: dx.doi.org/10.1177/20503121221095324

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