Nicht­in­fek­tiö­se Uvei­tis und COVID-19-Erkrankung

Systemische Corticosteroide erhöhen Infektionsrisiko und Schweregrad

13. Juni 2022

SAN FRANCISCO (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass das Risiko für eine SARS-CoV-2-Infek­ti­on sowie für einen schwe­ren Verlauf der Erkran­kung bei unge­impf­ten Pati­en­ten mit nicht­in­fek­tiö­ser Uvei­tis (NIU) stark ansteigt, wenn syste­mi­sche Corti­cos­te­ro­ide einge­nom­men werden.

Die Wissen­schaft­ler nahmen im Zeit­raum 20. Januar 2020 bis 31. Dezem­ber 2020 (vor der flächen­de­cken­den SARS-CoV-2-Impfung) aus einer natio­na­len US-Daten­bank mit anony­mi­sier­ten Scha­dens­mel­dun­gen (Optum Labs Data Wareh­ouse) insge­samt 52.286 Pati­en­ten mit NIU (Diagno­se seit Januar 2017) in ihre retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die auf.

Mithil­fe der Cox-Propor­tio­nal-Hazards-Model­le mit zeit­ak­tua­li­sier­ten dicho­to­men Indi­ka­to­ren für Immun­sup­pres­si­va schätz­te die Arbeits­grup­pe die adjus­tier­te und nicht­ad­jus­tier­te Hazard Ratio für jede Varia­ble und für die COVID-19-Erkran­kung. Zur Beur­tei­lung der dosis­ab­hän­gi­gen Wirkung syste­mi­scher Corti­cos­te­ro­ide wurde zusätz­lich zur dicho­to­men Varia­blen die mitt­le­re tägli­che Dosis der Corti­cos­te­ro­ide über das Einnah­me­inter­vall als konti­nu­ier­li­che Varia­ble in die adjus­tier­ten Model­le aufgenommen.

Als Haupt­end­punk­te legte die Gruppe die Inzi­denz­ra­ten für die SARS-CoV-2-Infek­ti­on, die COVID-19-beding­te Hospi­ta­li­sie­rung sowie den COVID-19-beding­ten Todes­fall im Kran­ken­haus fest.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 12.000 der 52.286 Pati­en­ten (23%) Immun­sppres­si­va appli­zier­ten. In den adjus­tier­ten Model­len war die Einnah­me syste­mi­scher Corti­cos­te­ro­ide mit einem erhöh­ten Risiko für eine SARS-CoV-2-Infek­ti­on (HR 2,66; 95%-KI 2,19–3,24; p<0,001), für einen Kran­ken­haus­auf­ent­halt (HR 3,26; 95%-KI 2,46–4,33; p<0,001) sowie für den Tod im Kran­ken­haus (HR 1,99; 95%-KI 0,93–4,27; p<0,08) assoziiert.

Zudem beob­ach­te­ten die Exper­ten ein gestei­ger­tes Risiko für alle Endpunk­te bei einer schritt­wei­sen Dosis­er­hö­hung der Corti­cos­te­ro­ide sowie ein vermehr­tes Infek­ti­ons­ri­si­ko bei der Verwen­dung von Tumor­ne­kro­se­fak­tor-alpha (HR 1,48; 95%-KI 1,08–2,04; p=0,02). Das Risiko bei ande­ren Immun­sup­pres­si­va erwies sich hinge­gen als nicht verstärkt.

(tt)

Autoren: Sun Y et al.
Korrespondenz: Nisha R Acharya; nisha.acharya@ucsf.edu
Studie: Association between immunosuppressive drugs and COVID-19 outcomes in patients with non-infectious uveitis in a large US claims database
Quelle: Ophthalmology 2022; May 16;S0161-6420(22)00362-1.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ophtha.2022.05.008

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