Nicht­in­fek­tiö­se Uvei­tis und Adalimumab

Gutes Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil besteht auch längerfristig

13. April 2022

ROTTERDAM (Bier­mann) – Den Autoren einer aktu­el­len Arbeit zufol­ge beweist Adali­mum­ab (ADA) bei Pati­en­ten mit nicht­in­fek­tiö­ser Uvei­tis (NIU) – auch nach länge­rer Nach­be­ob­ach­tungs­zeit – seine Wirk­sam­keit bei einem zugleich güns­ti­gen Sicher­heits­pro­fil. Obwohl Rezi­di­ve auftre­ten können, errei­chen viele Pati­en­ten eine Inak­ti­vi­tät der Erkran­kung oder eine Remis­si­on nach Abset­zen der Thera­pie ohne Medi­ka­ti­on ande­rer Immunsuppressiva.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten im Zeit­raum Mai 2004 bis Septem­ber 2020 medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 341 Patienten/633 Augen mit NIU unter­schied­li­cher Genese, bei denen in 2 Schwer­punkt­kran­ken­häu­sern in Rotter­dam (Nieder­lan­de) eine Thera­pie mit ADA begon­nen wurde.

Die Arbeits­grup­pe legte als primä­ren Endpunkt die Wirk­sam­keit von ADA fest, den sie defi­nier­te als die Anzahl an Pati­en­ten mit inak­ti­ver Erkran­kung, mit einer Remis­si­on sowie mit einem rezi­div­frei­en Über­le­ben. Die sekun­dä­ren Endpunk­te umfass­ten die Gründe für einen Therapieabbruch.

Die media­ne Thera­pie­dau­er lag bei 3,3 Jahren (Bereich 0,03–14,7 Jahre) und die Follow-up-Zeit bei 4,9 Jahren (0,11–14,7 Jahre).

Die Forscher ermit­tel­ten eine media­ne rezi­div­freie Über­le­bens­zeit von 3,4 Jahren (0–13 Jahre). Bei 43 der 341 Pati­en­ten (13%) traten Neben­wir­kun­gen auf, die am häufigs­ten (19%) in tempo­rä­ren Infek­tio­nen und Nieren­funk­ti­ons­stö­run­gen bestan­den. Des Weite­ren stell­ten die Uvei­tis­ex­per­ten fest, dass 178 Pati­en­ten (86%) unter Fort­füh­rung der ADA-Thera­pie eine Inak­ti­vi­tät der Uvei­tis erreich­ten, während bei 51 Pati­en­ten (15%) eine Remis­si­on auch nach Abset­zen von ADA anhielt.

Die Gründe für ein uner­wünsch­tes Abset­zen beinhal­te­ten kein Anspre­chen (10/341; 2,9%), ein Rezi­div (27/341; 7,9%) oder Gründe, die nichts mit der Wirk­sam­keit zu tun hatten (99/341; 29%; bspw. Schwan­ger­schaft oder Tumorentwicklung).

Bei 115 Pati­en­ten wurden ADA-Anti­kör­per bestimmt, von denen 40 Tests (35%) posi­tiv ausfie­len. Diese Anti­kör­per waren asso­zi­iert mit einem nied­ri­gen ADA-Wert im Serum (p=0,001) sowie mit einer ADA-Mono­the­ra­pie (p<0,01).

(tt)

Autoren: Eurelings LEM et al.
Korrespondenz: P Martin van Hagen; p.m.vanhagen@erasmusmc.nl
Studie: Long-term follow-up of patients with uveitis treated with adalimumab: response rates and reasons for discontinuation of therapy
Quelle: Am J Ophthalmol 2022; Mar 18;S0002-9394(22)00108-8.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2022.03.017

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