Nicht neoplas­ti­sches Uveitis-Masquerade-Syndrom

Auf systemische Beteiligung sollte immer geachtet werden

18. Januar 2022

TAIPEH (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie schrei­ben, handelt es sich bei dem nicht neoplas­ti­schen Uvei­tis-Masquer­ade-Syndrom (NNUMS) um eine Gruppe hete­ro­ge­ner Erkran­kun­gen, die primär oftmals nicht entzünd­lich sind, jedoch sekun­dä­re Entzün­dun­gen des vorde­ren und hinte­ren Augen­ab­schnit­tes hervor­ru­fen können. Die komple­xe syste­mi­sche und okulä­re diagnos­ti­sche Abklä­rung ist laut den Forschen­den essen­zi­ell, um die rich­ti­ge Diagno­se zu finden und eine geeig­ne­te Thera­pie einzuleiten.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv im Zeit­raum August 2013 bis August 2020 medi­zi­ni­sche Unter­la­gen zu 830 Pati­en­ten, die sich mit einer Uvei­tis in einem Schwer­punkt­kran­ken­haus in Neu-Taipeh-City (Taiwan) vorstell­ten. Die Arbeits­grup­pe evalu­ier­te klini­sche Merk­ma­le sowie die Ergeb­nis­se der Pati­en­ten mit NNUMS.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 31 der 830 Pati­en­ten (3,7%) ein Uvei­tis-Masquer­ade-Syndrom bestand. Unter ihnen wurde bei 24 Pati­en­ten (77%; 34 Augen) ein NNUMS diagnostiziert.

Die Reti­no­lo­gen stell­ten des Weite­ren fest, dass am häufigs­ten eine poste­rio­re Uvei­tis (58,8%) vorlag. Charak­te­ris­ti­sche Merk­ma­le für ein NNUMS waren eine hohe chorio­re­ti­na­le Betei­li­gungs­ra­te (94,1%) sowie eine verzö­ger­te Fest­stel­lung der Diagno­se seit dem Beginn der Sympto­me. 45,8% der Fälle wurden nach >90 Tagen diagnos­ti­ziert. Hier erwies sich die multi­moda­le Bild­ge­bung als wich­tigs­tes diagnos­ti­sches Hilfsmittel.

Darüber hinaus beob­ach­te­ten die Exper­ten, dass 29% der Pati­en­ten syste­mi­sche Verän­de­run­gen aufwie­sen, welche eine dring­li­che Behand­lung erfor­der­ten. Augen­kom­pli­ka­tio­nen traten in 58,8% der Fälle auf, von denen 60% vom Zuwei­ser diagnos­ti­ziert wurden. Nach entspre­chen­der Behand­lung blieb die Sehschär­fe bei 88,3% der Pati­en­ten erhalten.

Zudem konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass 5 Haupt­grup­pen bei dem NNUMS diffe­ren­ziert werden konn­ten. Zu diesen zähl­ten Gefäß­er­kran­kun­gen der Retina, die rheg­ma­to­ge­ne Abla­tio, Netz­haut­dys­tro­phien, die Chorio­re­ti­no­pa­thia centra­lis serosa sowie das uveale Effusions-Syndrom.

(tt)

Autoren: Hsu YR et al.
Korrespondenz: Yung-Ray Hsu; yungrayhsu@gmail.com
Studie: Clinical Manifestations and Implications of Nonneoplastic Uveitis Masquerade Syndrome
Quelle: Am J Ophthalmol 2022; Jan 4;S0002-9394(21)00659-0.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.12.018

 

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