Nicht infek­tiö­ses uvei­ti­sches Makulaödem

Fluocinolonacetonid-Implantat zeigt langfristige Wirksamkeit

4. Oktober 2021

HEIDELBERG (Bier­mann)  Intra­vit­rea­le Corti­cos­te­ro­id-Implan­ta­te mit verzö­ger­ter Frei­set­zung haben bei der Behand­lung des nicht infek­tiö­sen uvei­ti­schen Maku­la­ö­dems (UME) in der klini­schen Praxis zuneh­mend an Inter­es­se gewon­nen. Das 0,19-mg Fluo­ci­no­lo­na­ce­tonid (FAc)-Implantat  bietet eine tägli­che Lang­zeit­frei­set­zung von 0,2 µg Fluo­ci­no­lo­na­ce­tonid über bis zu 3 Jahre.

Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass das FAc-Implan­tat zu einer lang­fris­ti­gen Verbes­se­rung der mitt­le­ren zentra­len Netz­haut­di­cke (CRT) und der Sehschär­fe (VA) führt, und das Neben­wir­kungs­pro­fil in einer klini­schen Umge­bung bei Pati­en­ten mit UME kontrol­lier­bar ist.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 26 Pati­en­ten (34 Augen) mit nicht infek­tiö­sem UME, die im Zeit­raum 2013–2020 in der Augen­kli­nik der Univer­si­tät Heidel­berg mit dem FAc-Implan­tat behan­delt und im Mittel 18 ± 19,3 Monate nach­kon­trol­liert wurden, in die retro­spek­ti­ve Studie auf. Bei den Pati­en­ten lag ein rezi­di­vie­ren­des UME – im Mittel von 6,9 ±4,0 Jahren Dauer – vor, welches bereits mit syste­mi­schen und/oder loka­len Corti­cos­te­ro­iden vorbe­han­delt war.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 24 Augen (70,6%) eine voll­stän­di­ge Resorp­ti­on des UME aufwie­sen. Bei 5 dieser Augen kam es jedoch nach 23,2 ± 14 Mona­ten zu einem Rezi­div. Von diesen erhiel­ten 3 Augen eine FAc-Rein­jek­ti­on, worauf­hin die Makula dauer­haft trocken blieb.

Die Ophthal­mo­lo­gen stell­ten des Weite­ren fest, dass 6 (17,6%) der 34 Augen zwar einen Rück­gang der CRT aufwie­sen, jedoch Rest­flüs­sig­keit persistierte.

Hinsicht­lich der VA wiesen 20 Augen (58,5%) eine Verbes­se­rung zwischen 1 und 3 Zeilen (5–15 ETDRS-Buch­sta­ben) auf, von denen die Verbes­se­rung bei 9 Augen (26,5%) stabil blieb.

Bei 30 Augen (88,2%) lag eine Pseu­do­pha­kie vor und 4 Augen waren phak.

Die Exper­ten fanden heraus, dass bei 3 Augen bereits vor der FAc-Implan­ta­ti­on eine Kata­rakt vorlag. Bei 1 Auge bilde­te sich 2,5 Jahre nach der Injek­ti­on eine Kata­rakt, welche extra­hiert wurde.

Der Augen­in­nen­druck stieg insge­samt im Mittel um 4,4 ± 3,7mmHg an, wobei nur bei 3 Augen antig­lau­kom­a­tö­se Augen­trop­fen erfor­der­lich waren.

(tt)

Autoren: Hikal M et al.
Korrespondenz: Muaas Hikal; muaas.hikal@med.uni-heidelberg.de
Studie: Intravitreal 0.19 mg Fluocinolone Acetonide Implant in Non-Infectious Uveitis
Quelle: J Clin Med 2021; Sep 1;10(17):3966.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm10173966

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