Nicht infek­tiö­se Uveitis

Tacrolimus-Serumkonzentration als Prädiktor der Krankheitskontrolle

12. Juli 2021

LONDON (Bier­mann) – Tacro­li­mus ist ein Immun­sup­pres­si­vum und gehört zu den Calci­n­eu­rin-Inhi­bi­to­ren, welche haupt­säch­lich Interleukin‑2 in den T‑Zellen hemmen. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass oral appli­zier­tes Tacro­li­mus bei der Behand­lung der nicht infek­tiö­sen Uvei­tis (NIU) wirk­sam und gut verträg­lich ist.

Laut den Autoren können die phar­ma­ko­dy­na­mi­schen Eigen­schaf­ten jedoch stark vari­ie­ren. Deshalb sollte ein thera­peu­ti­sches Drug-Moni­to­ring mit Bestim­mung des Talspie­gels der Tacro­li­mus-Serum­kon­zen­tra­ti­on (STC) während der Thera­pie erfol­gen, um die Dosis­op­ti­mie­rung lenken zu können. Ein STC-Talwert von 5–10 ng/ml war in der Studie signi­fi­kant mit einer stabi­len Krank­heits­kon­trol­le während der 1‑jährigen Nach­un­ter­su­chung assoziiert.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 71 Pati­en­ten mit NIU, die in einem Uvei­tis-Schwer­punkt­zen­trum des Moor­field-Eye-Hospi­tals in London (England) mit Tacro­li­mus über einen Zeit­raum von ≥1 Jahr behan­delt worden waren, in die retro­spek­ti­ve Über­sichts­ar­beit auf. Die Arbeits­grup­pe analy­sier­te unter ande­rem die Krank­heits­ak­ti­vi­tät sowie die Talspie­gel der STC. Die Forscher defi­nier­ten als Krank­heits­kon­trol­le einen stabi­len ophthal­mo­lo­gi­schen Befund ohne Uvei­tis­schub während der Nachbeobachtungszeit.

Als häufigs­te Ätio­lo­gie der NIU zeigte sich die Bird­shot-Reti­no­cho­ro­ido­pa­thie bei 30 Pati­en­ten (42%) sowie die idio­pa­thi­sche Form in 20 Fällen (28%).

Nach Abschluss der 1‑jährigen Nach­kon­trol­le erreich­ten 49 Pati­en­ten (69,0%) eine stabi­le Krank­heits­kon­trol­le. Die Studi­en­au­toren stell­ten fest, dass eine Krank­heits­kon­trol­le mit stär­ke­rer Wahr­schein­lich­keit bei Pati­en­ten mit einem STC-Talspie­gel ≥ 5ng/ml auftrat als bei einer STC < 5ng/ml (88% vs. 53%; p=0,002).

Des Weite­ren zeigte sich, dass 61 (86%) Pati­en­ten zu Beginn der Tacro­li­mus-Thera­pie gleich­zei­tig mit ≥7,5mg oralem Predn­iso­lon behan­delt worden waren, wohin­ge­gen bei der 1‑Jahreskontrolle nur noch 38 (54%) Pati­en­ten diese zusätz­li­che Thera­pie benö­tig­ten (p<0,0001). Bei 12 Pati­en­ten (17%) musste Tacro­li­mus aufgrund von Neben­wir­kun­gen abge­setzt werden.

(tt)

Autoren: Luis J et al.
Korrespondenz: Joshua Luis; joshua.luis@ucl.ac.uk
Studie: Efficacy of Tacrolimus in Uveitis, and the Usefulness of Serum Tacrolimus Levels in Predicting Disease Control. Results from a Single Large Center
Quelle: Ocul Immunol Inflamm 2021; Jun 14;1-5.
Web: dx.doi.org/10.1080/09273948.2021.1930063

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