Nicht infek­tiö­se ante­rio­re Uveitis

Statine können Risiko reduzieren

14. Juni 2021

BOSTON (Bier­mann) Stati­ne haben zusätz­lich zu der Lipid­sen­kung güns­ti­ge plei­o­tro­pe Effek­te in Form von anti­in­flamma­to­ri­schen Wirkun­gen. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass eine Statin-Thera­pie über >150 Tage die Inzi­denz einer nicht infek­tiö­sen Uvei­tis (NIU) senken kann.

Die Wissen­schaft­ler analy­sier­ten in einer retro­spek­ti­ven Kohor­ten­stu­die Unter­la­gen einer gesetz­li­chen Kran­ken­kas­se zu Pati­en­ten, welche eine Thera­pie mit einem Statin (n=711.734 Pati­en­ten; Statin-Kohor­te) oder einer ande­ren lipid­sen­ken­den Thera­pie (n=148.044; Nicht-Statin-Kohor­te) begon­nen hatten.

Das „Ereig­nis NIU“ wurde als primä­rer Endpunkt in der Prim­är­ana­ly­se als neuer Diagno­se-Code für NIU fest­ge­legt, gefolgt von einem 2.NIU-Code inner­halb von 120 Tagen nach der Erstdiagnose.

Für den sekun­dä­ren Endpunkt verwen­de­ten die Exper­ten anstel­le des sekun­dä­ren NIU-Codes eine Corti­cos­te­ro­id-Verschrei­bung oder den Code für die okulä­re Corti­cos­te­ro­id-Injek­ti­on inner­halb von 120 Tagen nach der NIU-Diagnose.

Mithil­fe der multi­va­ria­blen Cox-Propor­tio­nal-Hazard-Regres­si­on wurde die NIU-Inzi­denz geschätzt. Die Propor­tio­nal-Hazard-Annah­me wurde durch 2 Zeit­räu­me der Analy­se (≤150 Tage und >150 Tage) erfüllt. Subana­ly­sen wurden mittels anato­mi­scher Subty­pen durchgeführt.

Die Exper­ten ermit­tel­ten, dass der primä­re Endpunkt 541-mal über 690.465 Personenjahre

in der Statin-Kohor­te auftrat sowie 103-mal über 104.301 Perso­nen­jah­re in der Nicht-Statin-Kohor­te. Sie stell­ten in den ≤150-Tage-Analy­sen keine Asso­zia­tio­nen fest (p>0,20 für alle Vergleiche).

Nach 150 Tagen entwi­ckel­te die Statin-Kohor­te in der primä­ren Ergeb­nis­ana­ly­se weni­ger wahr­schein­lich eine Uvei­tis (HR 0,7; 95%-KI 0,51–0,97; p=0,03), wohin­ge­gen sich keine Signi­fi­kanz beim sekun­dä­ren Endpunkt zeigte (HR 0,85; 95%-KI 0,63–1,15; p= 0,3). Ebenso entwi­ckel­te die Statin-Gruppe in der primä­ren Subtyp-Analy­se nach 150 Tagen weni­ger wahr­schein­lich eine ante­rio­re Uvei­tis (HR 0,67; 95%-KI 0,47–0,97;p=0,03), aber auch hier fand sich keine signi­fi­kan­te Asso­zia­ti­on mit dem sekun­dä­ren Endpunkt (HR 0,82; 95%.KI 0,56–1,20; p= 0,31).

(tt)

Autoren: Sobrin L et al.
Korrespondenz: Lucia Sobrin; Lucia_sobrin@meei.harvard.edu
Studie: Decreased risk of non-infectious anterior uveitis with statin therapy in a large healthcare claims database
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2021; May 29 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-021-05243-8

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