Neuro­vasku­lä­re Kopplung

Verzögerte retinale Gefäßreaktion bei Hell-Dunkel-Adaptation nach Koffein

14. Mai 2020

CHICAGO (Bier­mann) – Ophthal­mo­lo­gen aus Chica­go unter­such­ten die unmit­tel­ba­ren Auswir­kun­gen von Koffe­in auf die Hämo­dy­na­mik der Retina während der Adap­t­ati­on von Dunkel nach Hell mithil­fe der opti­schen Kohä­renz­to­mo­gra­phie-Angio­gra­phie (OCT‑A). Ihre Ergeb­nis­se zeigen, dass Koffe­in die neuro­vasku­lä­re Kopp­lung in den drei reti­na­len Gefäß­ple­xus während der Adap­t­ati­on von Dunkel nach Hell beeinträchtigt.

Bei Dunkel­adap­t­ati­on verur­sach­te Koffe­in eine signi­fi­kan­te Veren­gung des inter­me­diä­ren Gefäß­ple­xus (MCP). Beim anfäng­li­chen Über­gang ins Helle dämpf­te Koffe­in dann die Dila­ta­ti­ons­re­ak­ti­on im ober­fläch­li­chen Gefäß­ple­xus (SCP) signi­fi­kant, wahr­schein­lich aufgrund eines Versa­gens der Veren­gung im tiefen Gefäß­ple­xus (DCP), der signi­fi­kant vaso­dila­tiert blieb, so die Vermu­tung der Autoren. Dieser anfäng­li­chen Vaso­dila­ta­ti­on im DCP folgte eine verzö­ger­te, aber verlän­ger­te Kons­trik­ti­on unter Koffe­in im Vergleich zur Kontroll­be­din­gung ohne Koffein.

Für ihre Unter­su­chung führte die Arbeits­grup­pe bei 13 gesun­den Proban­den (13 Augen) nach Dunkel­adap­t­ati­on und in wieder­hol­ten Inter­val­len während des Über­gangs zum Umge­bungs­licht eine OCT‑A als Kontrol­le und eine OCT‑A nach Einnah­me von 200 mg Koffe­in durch. Sie analy­sier­ten die para­fovea­le Gefäß­dich­te (VD) und den adjus­tier­ten Flow Index (AFI) des SCP, des MCP und des DCP sowie die Gefäß­län­gen­dich­te (VLD) des SCP. Nach Anpas­sung an Alter, Refrak­ti­ons­feh­ler und Scan­qua­li­tät vergli­chen sie die Para­me­ter zwischen Kontroll- und Koffeinbedingungen.

Im Dunkeln nahm die MCP-VD nach Koffe­in signi­fi­kant ab (–2,63 ±1,28%). Während des Über­gangs zum Hellen stieg die DCP-VD zunächst an (12,55 ±2,52%), während die SCP-VD mit Koffe­in im Vergleich zur Kontrol­le signi­fi­kant abnahm (–2,09 ±0,91%). Nach 15 Minu­ten im Hellen kehrte sich die DCP-VD um und war signi­fi­kant redu­ziert (–5,45 ±2,62%), während die MCP-VD anstieg (4,65 ±1,74%). Beim AFI oder der VLD gab es keine Unterschiede.

Zukünf­ti­ge Studi­en seien erfor­der­lich, um heraus­zu­fin­den, ob eine beein­träch­tig­te neovasku­lä­re Kopp­lung nach Koffe­in bei anfäl­li­gen Perso­nen zu einer Netz­hau­ti­schä­mie führen könne, so der Hinweis der Autoren.

(isch)

Autoren: Zhang YS et al.
Korrespondenz: Amani A. Fawzi; afawzimd@gmail.com
Studie: Caffeine Delays Retinal Neurovascular Coupling during Dark to Light Adaptation in Healthy Eyes Revealed by Optical Coherence Tomography Angiography
Quelle: Invest Ophthalmol Vis Sci 2020;61(4):37
Web: https://doi.org/10.1167/iovs.61.4.37

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