Neuro­tro­phe Keratopathie

Erstmals Assoziation mit Complex regional pain syndrome (CPRS) beschrieben

20. März 2021

DURHAM (Bier­mann) – Eine neuro­tro­phe Kera­topa­thie kann viel­fäl­ti­ge Ursa­chen haben. Augen­ärz­te der Duke Univer­si­ty beschrie­ben nun erst­ma­lig einen Fall einer 18-jähri­gen Pati­en­tin mit neu aufge­tre­te­ner neuro­tro­pher Kera­topa­thie rechts, bei der seit fünf Jahren die Diagno­se eines CRPS (complex regio­nal pain syndro­me) mit Betei­li­gung der Extre­mi­tä­ten und der rech­ten Gesichts­sei­te bestand.

Die Pati­en­tin stell­te sich mit Visus­ver­schlech­te­rung und Schmer­zen im rech­ten Auge vor. Die Diagnos­tik ergab neben rezi­di­vie­ren­den Epithel­de­fek­ten und wirbel­ar­ti­ger super­fi­zi­el­ler Epithe­lio­pa­thie eine redu­zier­te Horn­haut­sen­si­bi­li­tät (Cochet-Bonnet-Test). Mittels In vivo-konfo­ka­ler Mikro­sko­pie (IVCM) zeigte sich eine Rare­fi­zie­rung des subba­sa­len Nerven­ple­xus am betrof­fe­nen Auge, wodurch eine neuro­tro­phe Kera­topa­thie bestä­tigt werden konnte.

Im Verlauf wurde eine super­fi­zi­el­le Kera­tek­to­mie mit Amnion-Membran-Trans­plan­tat durch­ge­führt und post­ope­ra­tiv eine Behand­lung mit Cenger­min 0.002% Augen­trop­fen (Oxer­va­te; Dompé Farmaceu­ti­ci SpA, Itali­en) vorge­nom­men. Unter dieser Thera­pie konn­ten inner­halb von acht Wochen ein Epithel­schluss und eine Visus­bes­se­rung erreicht werden.
Die Pati­en­tin war elf Monate nach der Behand­lung rezi­div­frei. Zudem konnte man ein Wachs­tum cornea­ler Nerven­fa­sern mittels IVCM nachweisen.

(ak)

Autoren: Soifer M et al.
Korrespondenz: victor.perez.quinones@duke.edu
Studie: Associated Neurotrophic Keratopathy in Complex Regional Pain Syndrome
Quelle: Cornea. 2021 Feb 15.
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002684

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.