Neuro-ophthal­mo­lo­gi­sche Bild­ge­bung bei Alzheimer

Retinale Biomarker können zum Screening herangezogen werden

26. April 2021

SEOUL (Bier­mann)  Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass reti­na­le Biomar­ker Alzheimer(AD)-bedingte Gehirn­ver­än­de­run­gen wider­spie­geln und ein Hilfs­mit­tel im Scree­ning kogni­tiv gesun­der (CN) Perso­nen im präkli­ni­schen Stadi­um der AD darstel­len können.

Die Autoren nahmen 49 CN-Perso­nen (Durch­schnitts­al­ter 70,6 Jahre; SD 9,4 Jahre), davon 25 Frauen (51%;), in die Quer­schnitts­stu­die auf.

Alle Analy­sen wurden im Seoul Natio­nal Univer­si­ty Hospi­tal (Südko­rea) durch­ge­führt. Die Exper­ten führ­ten eine voll­stän­di­ge ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung, einschließ­lich Swept-Source-OCT (SS-OCT), multi­fo­ka­lem Elek­tro­re­ti­no­gramm (mfERG), Beta-Amylo­id-Posi­tro­nen-Emis­si­ons-Tomo­gra­phie (Aß-PET) sowie Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie durch.

Die Daten wurden vom 1. Januar 2016 bis 31. Okto­ber 2017 gesam­melt und vom 1. Febru­ar 2018 bis 30. Juni 2020 analysiert.

Die Forscher ermit­tel­ten als morpho­lo­gi­sche reti­na­le Para­me­ter die Dicke der Makula und die schichtspe­zi­fi­schen Dicken, wie die der peri­pa­pil­lä­ren reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (pRNFL) und die des Komple­xes Ganglion­zell-innere plexi­for­me Schicht.

Mithil­fe des mfERG wurden die funk­tio­nel­len Para­me­ter der Netz­haut erfasst (die Latenz-Zeit und die Ampli­tu­de der Ringe 1–6).

Die Ophthal­mo­lo­gen fanden im Aß-PET bei 33 CN-Perso­nen keine Aß-Abla­ge­run­gen (Aß-CN). 16 CN-Perso­nen, die Aß-Plaques (Aß+CN) aufwie­sen, zeig­ten im Vergleich zur Aß-CN- Gruppe eine verrin­ger­te nasale Makula-Dicke (Mittel­wert 286,1 µm; SD 22,5 µm vs. 308,9 µm; SD 18,4 µm; p=0,007) sowie eine redu­zier­te Dicke der pRNFL, haupt­säch­lich im unte­ren Quadran­ten (103,8 µm; SD 43,5 µm vs.133,8 µm; SD 17,9 µm; p=0,003).

Zusätz­lich stell­ten die Autoren im mfERG bei der Aß+CN-Gruppe im Vergleich zum Kompa­ra­tor eine verlän­ger­te Latenz fest, beson­ders bei Ring 5 (41,3 ms; SD 4,0 ms vs.38,2 ms; SD 1,3 ms; p=0,02).

Die AD-beding­te Neuro­de­ge­ne­ra­ti­on korre­lier­te nur mit der Dicke der Ganglion­zell-inne­ren plexi­for­men Schicht (r=0,41; p=0,005).

Das aus den Ergeb­nis­sen abge­lei­te­te Modell zur Unter­schei­dung der Aß+CN- von der Aß-CN-Gruppe ergab eine Genau­ig­keit von 90%.

(tt)

Autoren: Byun MS et al.
Korrespondenz: Dong Young Lee; selfpsy@snu.ac.kr
Studie: Association of Retinal Changes With Alzheimer Disease Neuroimaging Biomarkers in Cognitively Normal Individuals
Quelle: JAMA Ophthalmol 2021; Mar 25 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1001/jamaophthalmol.2021.0320

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