Neue Stan­dar­di­sie­rung der Uvei­tis-Nomen­kla­tur in der Routinepraxis

Klassifizierung fördert zielgerichtete Diagnose, sollte aber erweitert werden

20. Mai 2022

AURORA (Bier­mann) – Im Rahmen einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung haben deren Autoren die neuen Klas­si­fi­ka­ti­ons­kri­te­ri­en der Stan­dar­di­z­a­ti­on of Uvei­tis Nome­n­cla­tu­re (SUN) Working Group unter Real-Life-Bedin­gun­gen evalu­iert. Darin haben sie gezeigt, dass bei 50% der Pati­en­ten, die eine inflamma­to­ri­sche Augen­er­kran­kung aufwei­sen, keine SUN-Klas­si­fi­ka­ti­on exis­tiert. Demge­gen­über funk­tio­niert die Einord­nung des Krank­heits­bil­des laut den Forschen­den in den Fällen sehr gut, in denen eine SUN-Klas­si­fi­ka­ti­on vorliegt, die sich dann im Allge­mei­nen auch mit der klini­schen Diagno­se als kongru­ent erweist.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 1143 Pati­en­ten mit okulä­rer Inflamma­ti­on, die sich im Zeit­raum 1. Januar 2013 bis 31. Dezem­ber 2020 in der Uvei­tis-Ambu­lanz der Univer­si­tät von Colo­ra­do (USA) vorstell­ten. Ausge­schlos­sen wurden Fälle mit Skle­ri­tis, vernar­ben­dem okulä­rem Pemphi­go­id sowie peri­phe­rer ulze­ra­ti­ver Keratitis.

Die Arbeits­grup­pe versuch­te, die Uvei­tis jedes Pati­en­ten mithil­fe des SUN-Kata­logs zu Leit­be­fun­den, welche die einzel­nen Krank­heits­bil­der defi­nier­ten, einzu­ord­nen. Die Klas­si­fi­zie­rungs­be­mü­hun­gen zur jewei­li­gen Uvei­tis wurden von der Gruppe aufgrund rele­van­ter morpho­lo­gi­scher Befun­de und/oder Labor­er­geb­nis­se in den SUN-Kate­go­rien vorge­nom­men. Zusätz­lich unter­such­te die Studi­en­grup­pe, ob die SUN-Klas­si­fi­zie­rung der Uvei­tis der klini­schen Diagno­se, die von einem Uvei­tis-Spezia­lis­ten gestellt wurde, entsprach.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 572 der 1143 Pati­en­ten (50%) mit Uvei­tis eine Erkran­kung vorlag, die nicht im SUN-Klas­si­fi­ka­ti­ons­sys­tem aufge­führt war. Unge­ach­tet dessen stell­ten die Exper­ten jedoch auch fest, dass 522 der verblei­ben­den 571 Fälle (91,4%) SUN-klas­si­fi­zier­bar waren. Von diesen stimm­te bei 492 Pati­en­ten (94,3%) die SUN-Klas­si­fi­ka­ti­on mit der klini­schen Diagno­se überein.

(tt)

Autoren: Mudie LI et al.
Korrespondenz: Lucy i Mudie; lucy.mudie@cuanschutz.edu
Studie: Evaluation of the SUN Classification Criteria for the Uveitides in an Academic Uveitis Practice: Evaluation of the SUN Classification Criteria
Quelle: Am J Ophthalmol 2022; Apr 22;S0002-9394(22)00151-9.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2022.04.007

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.