Neue OCT-Para­me­ter für den vorde­ren Augenabschnitt

Unterscheidung zwischen Pupillarblock und Plateau–Iris-Konfiguration

9. November 2020

HOUSTON (Bier­mann) – In einer aktu­el­len Studie haben deren Autoren versucht, Para­me­ter des vorde­ren Augen­ab­schnit­tes zu finden, durch die eine Unter­schei­dung der 2 Mecha­nis­men, die zu einem Winkel­block führen können, möglich ist.

Bei diesen Mecha­nis­men handelt es sich zum einen um den Pupil­larblock (PB) und zum ande­ren um die Plateau-Iris-Konfi­gu­ra­ti­on (PIC). Die zuver­läs­sigs­ten neuen Para­me­ter in der Opti­schen Kohä­renz­to­mo­gra­phie (OCT) des vorde­ren Augen­ab­schnit­tes (ASOCT) sind die Pupil­len­grö­ßen­pa­ra­me­ter und der Pupil­len­rand-Mittel­punkt-Skler­a­sporn-Winkel (PM-C-SSL). Diese Para­me­ter sind nicht von der Sicht­bar­keit der hinte­ren Iris­ober­flä­che abhän­gig, die schwer mit der ASOCT darstell­bar ist. Sie sind jedoch abhän­gig von der Umgebungsbeleuchtung.

Die Studi­en­au­toren unter­such­ten retro­spek­tiv ASOCT-Bilder von 100 Augen mit engem Kammer­win­kel. Davon lag bei 66 ein PB und bei 34 eine PIC vor. PIC wurde defi­niert durch Ultra­schall­bio­mi­kro­sko­pie (UBM) und/oder klinisch nach erfolg­ter Iris­plas­tik. Die Bilder wurden unter der Verwen­dung der ACAI-Soft­ware (Ante­rior Cham­ber Analy­sis and Inter­pre­ta­ti­on) maskiert, um den Skleral­sporn-Orien­tie­rungs­punkt (Land­mark) zu iden­ti­fi­zie­ren. Weiter­hin soll­ten damit Vorderkammer‑, peri­phe­re Winkel‑, Irisgrößen‑,  Iris­form–  und Linsen/­Pu­pil­len­grö­ßen-Para­me­ter berech­net werden. ASOCT-Para­me­ter wurden zusam­men­ge­fasst und mittels des 2‑Stich­pro­ben-t-Tests vergli­chen. Schwel­len­wer­te und Areale unter der Grenz­wert­op­ti­mie­rungs­kur­ve (Recei­ver Opera­ting Charac­te­ris­tic Curve) (AUROC) wurden von logis­ti­schen Regres­si­ons­ana­ly­sen berechnet.

Von allen ASOCT Para­me­tern waren Iris­län­ge in jedem Quadran­ten, Pupil­len­bo­gen, Linsen/Pupillenparameter (Pupil­len­bo­gen, Linsen­wöl­bung, Pupil­len­durch­mes­ser, alle Para­me­ter für die Orien­tie­rungs­punk­te PM-C-SSL sowie alle zentra­len Iris­wöl­bungs­pa­ra­me­ter – außer oben – zwischen PB und PIC signi­fi­kant verschie­den. Hinsicht­lich der Schwel­len­wert­be­wer­tung waren die wich­tigs­ten Fakto­ren die Linsen/Pupillenparameter mit den größ­ten AUROC-Werten (0,77–0,80), gefolgt von den PM-C-SSL-Winkeln (0,71–0,75).

Laut den Studi­en­au­toren müssen weite­re Unter­su­chun­gen durch­ge­führt werde, um einen peri­phe­ren Orien­tie­rungs­punkt (Land­mark) zum Zentrum der Iris zu finden.

(tt)

Autoren: Crowell EL et al.
Korrespondenz: Robert M. Feldman; rfeldman@cizikeye.org
Studientitel: Using Anterior Segment Optical Coherence Tomography (ASOCT) Parameters to Determine Pupillary Block versus Plateau Iris Configuration.
Quelle: J Glaucoma 24.09.2020. (Epub ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/IJG.0000000000001664 

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