Neue Erkennt­nis­se aus der Natio­nal Health and Nutri­ti­on Exami­na­ti­on Survey

Zusammenhang zwischen Glaukom und Schlafstörungen

4. März 2019

BALTIMORE (Bier­mann) – In einer US-ameri­ka­ni­schen Quer­schnitts­stu­die wurde ein mögli­cher Zusam­men­hang zwischen Schlaf­stö­run­gen und Glau­kom festgestellt.

Im Rahmen der Natio­nal Health and Nutri­ti­on Exami­na­ti­on Survey von 2005 bis 2008 wurden 6784 Glau­kom­pa­ti­en­ten einge­schlos­sen, die über 40 Jahre alt waren. Zu den Prädik­to­ren gehör­ten Schlaf­dau­er, Schlaf­la­tenz, Schlaf­stö­run­gen, Schlaf­me­di­ka­tio­nen und Funk­ti­ons­stö­run­gen am Tag aufgrund von Schläf­rig­keit. Zu den Ergeb­nis­sen gehör­ten ein Glau­kom (gemes­sen anhand des Exca­va­tions-Papil­len-Verhält­nis­ses, entwe­der rechts oder links) sowie Gesichts­feld­de­fek­te (VFDs), die mittels Frequenz­ver­dopp­lungs­pe­ri­me­trie beur­teilt wurden.

Bei Proban­den, die zehn oder mehr Stun­den pro Nacht schlie­fen, war die Wahr­schein­lich­keit eines Glau­koms drei­mal höher als bei Proban­den, die 7 Stun­den pro Nacht schlie­fen (Odds Ratio [OR] 3,3; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,3–8,5; p=0,01). Die Wahr­schein­lich­keit eines Glau­koms war bei Proban­den, die weni­ger als 9 Minu­ten (OR 2,0; 95%-KI 1,2–3,1; p<0,01) oder mehr als 30 Minu­ten (OR 2,3; KI 1,4–3,7; p<0,01) zum Einschla­fen benö­tig­ten mehr als verdop­pelt vergli­chen mit Proban­den, die zwischen 10 und 29 Minu­ten zum Einschla­fen benötigten.

Die Wahr­schein­lich­keit eines VFD war verdrei­facht bei Proban­den, die weni­ger als 3 Stun­den (OR 3,0; 95%-KI 1,1–8,1; p=0,03)  und mehr als 10 Stun­den pro Nacht schlie­fen (OR 3,4; 95%-KI 1,5–7,7; p<0,01), vergli­chen mit 7 Stun­den pro Nacht. Bei Proban­den, die Schwie­rig­kei­ten hatten, sich an Dinge zu erin­nern (OR 2,0; 95%-KI 1,3–2,9; p<0,01) war die Wahr­schein­lich­keit eines VFD verdop­pelt und verdrei­facht bei Proban­den, die Schwie­rig­kei­ten hatten, aufgrund von Tages­mü­dig­keit einem Hobby nach­zu­ge­hen (OR 3,0; 95%-KI 1,5–6,1; p<0,01) im Vergleich zu solchen ohne Schwierigkeiten.

Die Studi­en­au­toren schluss­fol­gern daher, dass schlech­te Schlaf­pa­ra­me­ter ein Risi­ko­fak­tor für oder eine Folge eines Glau­koms sein können.

(isch)

Autor: Qiu M, Ramulu PY, Boland MV et al.
Korrespondenz: Michael V. Boland, Wilmer Eye Institute, 600 N Wolfe St, Baltimore, MD 21287; boland@jhu.edu
Studie: Association Between Sleep Parameters and Glaucoma in the United States Population: National Health and Nutrition Examination Survey
Quelle: J Glaukom. 2019;28(2):97–104.
Web: https://doi.org/10.1097/IJG.0000000000001169

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