Netz­haut­for­ami­na

Sternenstaub-ähnliche Partikel im Glaskörper stellen Risikomarker dar

16. Februar 2022

GUNMA (Bier­mann) – Die Ursa­chen von Floatern im Glas­kör­per können eine hinte­re Glas­kör­per­ab­he­bung oder Fundus­hä­mor­rha­gien sein, welche Risi­ko­fak­to­ren für reti­na­le Forami­na darstel­len. Den Autoren einer aktu­el­len Studie zufol­ge, können Ster­nen­staub-ähnli­che Parti­kel im Glas­kör­per auf das Risiko für Netz­haut­lö­cher hinweisen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 202 Patienten/Augen (Durch­schnitts­al­ter 58,9±13,3 Jahre; 139 Frauen) mit Glas­kör­per­trü­bun­gen in ihre prospek­ti­ve Beob­ach­tungs­stu­die ein. Die Arbeits­grup­pe führte eine Fundus­un­ter­su­chung durch und analy­sier­ten den Glas­kör­per mithil­fe der Swept-Source-OCT (SS-OCT). Ausge­schlos­sen von der Studie wurden Pati­en­ten mit Uvei­tis, diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie und ande­ren Erkran­kun­gen des hinte­ren Pols. Mithil­fe des Chi-Quadrat-Tests analy­sier­te die Gruppe die Unter­schie­de zwischen den Grup­pen. Mittels Korre­la­ti­ons­ko­ef­fi­zi­en­ten­tests wurden die Korre­la­tio­nen zwischen den Grup­pen evaluiert.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich bei 145 der 202 Augen (71,8%) eine hinte­re Glas­kör­per­ab­he­bung darstell­te. 42 der 202 Augen (20,8%) wiesen Ster­nen­staub-ähnli­che vitrea­le Parti­kel (Star­dust-Zeichen) auf. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass eine hinte­re Glas­kör­per­ab­he­bung bei 35 dieser 42 Augen ([Stardust-(+)-Gruppe]; 83,3%) und bei 110 der 160 Augen der Stardust-(-)-Gruppe (68,8%) vorlag. Der Unter­schied war statisch signi­fi­kant (p<0,001).

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Reti­no­lo­gen, dass in der Stardust-(+)-Gruppe 11 von den 42 Augen (26,2%) Netz­haut­ris­se mit hinte­rer Glas­kör­per­ab­he­bung entwi­ckel­ten, darun­ter 2 Augen mit rheg­ma­to­ge­ner Abla­tio, während es bei 21 der 42 Augen (50%) zu reti­na­len Hämor­rha­gien (reti­na­le, präre­ti­na­le- und Glas­kör­per-Blutun­gen) kam.

Demge­gen­über wiesen in der Stardust-(-)-Gruppe nur 3 der 160 Augen (1,9%) reti­na­le Forami­na mit einer hinte­ren Glas­kör­per­ab­he­bung sowie 4 der 160 Augen (2,5%) Fundus­blu­tun­gen auf. Auch dieser Unter­schied war statis­tisch signi­fi­kant (p<0,001).

Die Autoren resü­mie­ren, dass das Star­dust-Zeichen die Früh­erken­nung von Netz­haut­for­ami­na unter­stüt­zen und das Risiko einer Abla­tio verrin­gern kann.

(tt)

Autoren: Itakura H et al.
Korrespondenz: Mariko Itakura; mail@m-minami-eye.com
Studie: Stardust Sign and Retinal Tear detection on Swept-Source Optical Coherence Tomography
Quelle: Retina 2022; Feb 1;42(2):336-339.
Web: dx.doi.org/10.1097/IAE.0000000000003317

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