Netarsudil‑0,02%-Augentropfen

Sehr gutes Wirksamkeitsprofil bei einem IOD von höchstens 20 mmHg

6. Dezember 2021

PALO ALTO (Bier­mann) – Netar­su­dil stellt einen Hemmer der Rho-asso­zi­ier­ten Prote­in­ki­na­se (ROCK) dar, der zu einer Erwei­te­rung des juxtaka­na­li­ku­lä­ren Trabe­kel­werks und einer Dila­ta­ti­on der episklera­len Venen führt. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass Netarsudil‑0,02%-Augentropfen, 1‑mal täglich appli­ziert, bei Glau­kom­pa­ti­en­ten mit unzu­rei­chen­der Senkung des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) bei maxi­mal verträg­li­cher medi­ka­men­tö­ser Thera­pie (MTMT) zu einer signi­fi­kan­ten Senkung des IOD führen kann. Eine antig­lau­kom­a­tö­se Inter­ven­ti­on könnte laut den Autoren damit vermie­den oder verzö­gert werden. Der Behand­lungs­er­folg sei jedoch eher bei einem IOD von ≤20mmHg anzunehmen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 45 Pati­en­ten (62 Augen) mit Glau­kom, bei denen Netar­su­dil im Byers-Eye-Insti­tut an der Stan­ford-Univer­si­tät (USA) primär verord­net wurde, in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein.

Zu den Ausschluss­kri­te­ri­en zähl­ten Glau­kom­ein­grif­fe oder Laser­be­hand­lun­gen inner­halb von 6 Mona­ten sowie eine Verän­de­rung der Basis­me­di­ka­ti­on inner­halb von 4 Wochen nach Thera­pie­be­ginn mit Netarsudil.

Als primä­re Endpunk­te legte die Arbeits­grup­pe den Behand­lungs­er­folg fest, defi­niert als eine Reduk­ti­on des IOD vom Ausgangs­wert auf einen vom behan­deln­den Arzt vorge­ge­be­nen, pati­en­ten­spe­zi­fi­schen Ziel­wert sowie die fehlen­de medi­zi­ni­sche Indi­ka­ti­on zu weite­ren Medi­ka­men­ten, Laser- oder opera­ti­ven Inter­ven­tio­nen während der Thera­pie mit Netarsudil.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 36 Augen (58%) bei der 1.Kontrolle – im Mittel nach 4,8±3,5 Wochen – ein Behand­lungs­er­folg zu beob­ach­ten war. Der mitt­le­re IOD verbes­ser­te sich bei der 1. Kontrol­le von 19,5±5,6 mmHg am Anfang der Studie auf 16,0±5,8 mmHg (-17%) mit 3,5±0,7 Antig­lau­kom­a­to­sa (p<0,05). Des Weite­ren stell­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten fest, dass bei Pati­en­ten, die einen Thera­pie­er­folg erziel­ten, die mitt­le­re Ände­rung des IOD bei ‑5,22 mmHg (-28%) lag. Darüber hinaus konsta­tier­ten die Exper­ten, dass Augen mit einem Anfangs-IOD von ≤20mmHg einen Behand­lungs­er­folg von 69% erziel­ten, vergli­chen mit 17% der Augen mit einem Ausgangs­wert von ≥ 20mmHg (p<0,05).

(tt)

Autoren: Villegas NC et al.
Korrespondenz: Natacha C Villegas; natachav@stanford.edu
Studie: Effectiveness of Netarsudil as an Additional Therapy for Glaucoma in Patients Already on Maximally Tolerated Medical Therapy
Quelle: Clin Ophthalmol 2021; Nov 2;15:4367-4372.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S337105

 

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