Neovasku­lä­res Glau­kom und Glaukom-Drainagesysteme

Ätiologie ist entscheidend für Erfolgsrate

3. Januar 2022

MIAMI (Bier­mann) – Okulä­re ischä­mi­sche Erkran­kun­gen verur­sa­chen häufig einen schwe­ren Sehver­lust durch ein neovasku­lä­res Glau­kom (NVG). Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass die Ätio­lo­gie des NVG bei Pati­en­ten, die mit einem Glau­kom-Drai­na­ge­sys­tem (GDD) behan­delt werden, in Bezug auf das chir­ur­gi­sche Ergeb­nis eine entschei­den­de Rolle spielt und im Rahmen der Pati­en­ten­auf­klä­rung berück­sich­tigt werden sollte.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 120 Patienten/Augen, die im Zeit­raum Septem­ber 2011 bis Mai 2019 in einem großen akade­mi­schen Lehr­kran­ken­haus wegen eines NVG operiert wurden, in die retro­spek­ti­ve Fall­stu­die ein. Zu den Einschluss­kri­te­ri­en in die Studie gehör­ten Neovasku­la­ri­sa­tio­nen der Iris/des Kammer­win­kels zusam­men mit einem Augen­in­nen­druck (IOD) >21 mmHg sowie die chir­ur­gi­sche Implan­ta­ti­on eines GDD.

Die Arbeits­grup­pe legte als primä­ren Endpunkt die Sehschär­fe bei der post­ope­ra­ti­ven Kontrol­le nach 1 Jahr fest. Zu den sekun­dä­ren Endpunk­ten zähl­ten der quali­fi­zier­te Erfolg, defi­niert als ein IOD ≥5 mmHg und ≤ 21mmHg, keine erneu­ten Eingrif­fe wegen eines erhöh­ten IOD sowie kein Verlust der Lichtwahrnehmung.

Die Forscher ermit­tel­ten als Ätio­lo­gie des NVG bei 74 Augen (61,7%) eine proli­fe­ra­ti­ve diabe­ti­sche Reti­no­pa­thie (PDR), in 28 Fällen (23,3%) eine reti­na­le Venen­throm­bo­se (RVO) und bei 18 Augen (15%) andere Ursachen.

Bei 70 Augen war ein ventil­ge­stütz­tes Ahmed-GDD und bei 46 Augen ein ventil­lo­ses Baer­veldt-GDD implan­tiert worden. 4 Pati­en­ten wurden ausge­schlos­sen, da sie beide GDD erhal­ten hatten.

Die Exper­ten stell­ten fest, dass sich der mitt­le­re IOD bei der letz­ten Kontrol­le zwischen den Implan­ta­ten nicht signi­fi­kant unter­schied (Baer­veldt 14,6 ±7,8 mmHg vs. Ahmed 17,0 ±7,6 mmHg), während ein signi­fi­kan­ter Unter­schied der Anzahl einge­setz­ter Antig­lau­kom­a­to­sa (Baer­veldt 1,3 vs. Ahmed 1,9; p=0,027) bestand.

Hinsicht­lich des IOD ergab sich kein signi­fi­kan­ter Unter­schied bei der getrenn­ten Analy­se der PDR-und RVO-Gruppe. Demge­gen­über wiesen die Pati­en­ten mit PDR bei der Abschluss­kon­trol­le einen signi­fi­kant höhe­ren Visus und Visus­ver­än­de­rung auf als die Pati­en­ten mit RVO (p=0,041; p=0,004).

(tt)

Autoren: Medert C et al.
Korrespondenz: Sarah Wellik; swellik@med.miami.edu
Studie: The influence of etiology on surgical outcomes in neovascular glaucoma
Quelle: BMC Ophthalmol 2021; Dec 20;21(1):440.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-021-02212-x

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