Neovasku­lä­re okulä­re Folge­er­kran­kun­gen bei Typ-2-Diabetes

Screening und Frühintervention sollten forciert werden

4. Oktober 2021

LOS ANGELES (Bier­mann) – Pati­en­ten mit Typ-2-Diabe­tes, bei denen bereits Risi­ko­fak­to­ren für neovasku­lä­re Augen­er­kran­kun­gen bestehen, können diese bereits inner­halb der ersten 5 Jahre nach Diagno­se­stel­lung entwi­ckeln. Dieses Pati­en­ten­kol­lek­tiv könnte sehr stark von inten­si­ven Scree­ning-Program­men und einer frühen Inter­ven­ti­on profi­tie­ren. Das geht aus einer aktu­el­len Studie US-ameri­ka­ni­scher Autoren hervor.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten die retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die auf Basis einer landes­wei­ten kommer­zi­el­len Daten­bank über Scha­dens­an­sprü­che zwischen 2007 und 2015 durch, die Daten zu 71.817 versi­cher­ten, erwach­se­nen Pati­en­ten mit neu diagnos­ti­zier­tem Typ-2-Diabe­tes und 5‑jähriger konti­nu­ier­li­cher Doku­men­ta­ti­on der medi­zi­ni­schen Aufzeich­nun­gen umfass­te. Die Arbeits­grup­pe berech­ne­te die Inzi­denz von proli­fe­ra­ti­ver diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie (PDR), Trak­ti­ons­a­mo­tio (TRD) sowie Neovasku­la­ri­sa­ti­ons­glau­kom (NVG) 5 Jahre nach der Erst­dia­gno­se des Typ-2-Diabe­tes. Mithil­fe multi­va­ria­bler logis­ti­scher Regres­si­on bestimm­ten die Wissen­schaft­ler zusätz­lich die Asso­zia­ti­on zwischen diesen Erkran­kun­gen und demo­gra­fi­schen, sozio­öko­no­mi­schen sowie medi­zi­ni­schen Faktoren.

Die Forscher berech­ne­ten, dass 5 Jahre nach der Erst­dia­gno­se 1,74% der Pati­en­ten (1249 von 71.817 Pati­en­ten) eine PDR, 0,25% eine TRD sowie 0,14% ein NVG entwickelten.

Des Weite­ren ermit­tel­ten die Exper­ten folgen­de Risi­ko­fak­to­ren für diese Erkran­kun­gen: insu­lin­pflich­ti­gen Diabe­tes (OR 3,59; 95%-KI 3,16–4,08), maxi­ma­len HBA1c-Wert >9% oder >75 mmol/mol (OR 2,10; 95%-KI 1,54–2,69), Nephro­pa­thie (OR 2,68; 95%-KI 2,09–3,42), peri­phe­re Durch­blu­tungs­stö­run­gen (OR 1,88; 95%-KI1,25–2,83), neuro­lo­gi­sche Erkran­kun­gen (OR 1,62; 95%-KI 1,24–2,11) sowie ein höhe­res Alter (65–74 Jahre) bei Diagno­se (OR 1,62; 95%-KI 1,28–2,03).

Demge­gen­über iden­ti­fi­zier­ten die Medi­zi­ner als protek­ti­ve Fakto­ren ein junges Alter (18–23 Jahre) bei Diagno­se (OR 0,46; 95%-KI 0,29–0,74), Kran­ken­ver­si­che­rung über Medi­ca­re (OR 0,60; 95%-KI 0,70–0,76), krank­haf­te Adipo­si­tas (OR 0,72; 95%-KI 0,59–0,87) sowie Niko­tin­kon­sum (OR 0,84; 95%-KI 0,70–1,0).

(tt)

Autoren: Gange WS et al.
Korrespondenz: Brian C Toy; brian.toy@med.usc.edo
Studie: Incidence of Proliferative Diabetic Retinopathy and Other Neovascular Sequelae at 5 Years Following Diagnosis of Type 2 Diabetes
Quelle: Diabetes Care 2021; Sep 2:dc210228.
Web: dx.doi.org/10.2337/dc21-0228

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