Neovasku­lä­re AMD und Deep-Learning

Vorhersagbarkeit der funktionellen Erfolge sind möglich

25. März 2022

TORONTO (Bier­mann) – Die Vorher­sa­ge­fä­hig­keit für die lang­fris­ti­ge best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA) bei Pati­en­ten mit neovasku­lä­rer AMD (nAMD) kann mithil­fe eines Deep-Lear­ning-basier­ten Algo­rith­mus unter Verwen­dung von Basis­da­ten der Swept-Source-OCT (SS-OCT) und der OCT-Angio­gra­phie (OCT‑A) ermög­licht werden. Klinisch kann ein maschi­nel­ler Lern­an­satz zur Analy­se von Flüs­sig­keits­me­tri­ken in Kombi­na­ti­on mit der Läsi­ons­grö­ße einen Vorteil bei der Perso­na­li­sie­rung der Thera­pie bieten. Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer aktu­el­len Studie gekommen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen in ihre retro­spek­ti­ve, mono­zen­tri­sche Phase-IV-Proof-of-Concept-Studie (ONTARIO) Daten der SS-OCT zu 17 behan­del­ten Augen mit nAMD ein, um mithil­fe eines Deep-Lear­ning-basier­ten Algo­rith­mus – zur Segmen­tie­rung der Maku­laf­lüs­sig­keit – die Dicke der Netz­haut­schich­ten zu beur­tei­len sowie die intra­r­e­ti­na­le (IRF) und die subre­ti­na­le Flüs­sig­keit (SRF) sowie die seröse Pigmen­t­epi­thel­ab­he­bung (PED) zu quantifizieren.

Mithil­fe des Pear­son-Korre­la­ti­ons­ko­ef­fi­zi­en­ten (PCC) korre­lier­te die Arbeits­grup­pe SS-OCT- und OCT-A-Morpho­lo­gie­be­fun­de und Flüs­sig­keits­mes­sun­gen zu Studi­en­be­ginn mit Verän­de­run­gen der BCVA vom Zeit­punkt des Studi­en­be­ginns bis Woche 52.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass das Gesamt­vo­lu­men der Netz­haut­flüs­sig­keit (IRF, SRF und PED) zu Studi­en­be­ginn am stärks­ten mit der Verbes­se­rung der BCVA in Monat 12 korre­lier­te (PCC 0,652; p=0,005). Die Reti­no­lo­gen unter­teil­ten nach­fol­gend die Flüs­sig­keit in IRF, SRF und PED und stell­ten fest, dass das PED-Volu­men die nächst­höchs­te Korre­la­ti­on zur Verbes­se­rung der BCVA aufwies (PCC 0,648; p=0,005). Demge­gen­über beob­ach­te­ten sie, dass die isolier­te durch­schnitt­li­che reti­na­le Gesamt­di­cke eine schlech­te Korre­la­ti­on zeigte (PCC 0,334; p=0,189). Nach­dem die Exper­ten 2 Befun­de, zum einen die mitt­le­re Größe der choro­ida­len Neovasku­la­ri­sa­ti­ons­mem­bran, zum ande­ren das Gesamt­flüs­sig­keits­vo­lu­men kombi­nier­ten, und mit den visu­el­len Ergeb­nis­sen korre­lier­ten, stieg die Korre­la­ti­on nunmehr auf PCC 0,695 (p=0,002) an.

(tt)

Autoren: Sodhi SK et al.
Korrespondenz: Netan Choudhry; netan.choudhry@vrmto.com
Studie: Utilization of deep learning to quantify fluid volume of neovascular age-related macular degeneration patients based on swept-source OCT imaging: The ONTARIO study
Quelle: PLoS One 2022; Feb 14;17(2):e0262111.
Web: dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0262111

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