Neovasku­lä­re AMD und Brolu­ci­zumab als Switchpräparat

Gute morphologische, nicht aber funktionelle Verbesserungen sind möglich

15. Februar 2022

NASHVILLE (Bier­mann) – Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben gezeigt, dass Pati­en­ten mit neovasku­lä­rer AMD (nAMD), die aufgrund eines unge­nü­gen­den Anspre­chens auf die gängi­gen VEGF-Inhi­bi­to­ren (Beva­ci­zumab, Rani­bi­zumab und Afli­ber­cept) auf Brolu­ci­zumab umge­stellt wurden, und nach­fol­gend ange­sichts eines Auftre­tens oder eines Risi­kos für eine intrao­ku­lä­re Inflamma­ti­on wieder auf die Primärthe­ra­pie zurück geswitcht wurden, zwar erheb­li­che struk­tu­rel­le und länger­fris­ti­ge Verbes­se­run­gen erziel­ten, die funk­tio­nel­len Erfol­ge jedoch ausblieben.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 51 Augen mit nAMD in ihre retro­spek­ti­ve Studie auf. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die Sehschär­fe (VA) und mithil­fe der OCT die anato­mi­schen Befun­de der Makula nach der 1. Brolu­ci­zumab-Injek­ti­on (T1) und der letz­ten Injek­ti­on (T2) sowie 6 Monate nach der letz­ten Injek­ti­on mit Brolu­ci­zumab (T3).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei der T2-Injek­ti­on 41 der 51 Augen (80%; Mehr­fach­nen­nun­gen möglich) eine Verrin­ge­rung der subre­ti­na­len Flüs­sig­keit ([SRF]; 31 Augen), der intra­r­e­ti­na­len Flüs­sig­keit ([IRF]; 12 Augen) sowie der Pigmen­t­epi­thel­ab­he­bung ([PED]; 12 Augen) aufwiesen.

Des Weite­ren konsta­tier­ten die Reti­no­lo­gen bei der T3 – nach dem Wieder­be­ginn mit der primä­ren Thera­pie –, dass bei 17 der 31 Augen (55%) die Reduk­ti­on der SRF bestehen blieb, ebenso wie bei 8 der 12 Augen (67%) mit IRF sowie bei 8 der 12 Augen (67%) mit PED (insge­samt bei 22 der 41 Augen; 54%).

Demge­gen­über stell­ten die Ophthal­mo­lo­gen fest, dass sich die mitt­le­re VA bei der T1 (0,396 logMAR), bei der T2 (0,441 logMAR) sowie bei der T3 (0,468 logMAR; dezi­mal alle in etwa 0,4) nicht verbesserte.

Die Exper­ten beob­ach­te­ten zudem, dass während der Behand­lung mit Brolu­ci­zumab 11 von den 51 Augen (22%) eine intrao­ku­lä­re Entzün­dung entwi­ckel­ten, während in 1 Fall auch eine reti­na­le Vasku­li­tis auftrat.

(tt)

Autoren: Awh CC et al.
Korrespondenz: Akshay S Thomas; akshaysthomas@gmail.com
Studie: Short-term outcomes after interim treatment with brolucizumab: a retrospective case series of a single center experience
Quelle: Retina 2022; Jan 17 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/IAE.0000000000003418

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