Neovasku­lä­re AMD und Anti-VEGF-Therapie

Flüssigkeits-Fluktuation führt zu schlechten morphologischen Ergebnissen

12. Juli 2022

CLEVELAND (Bier­mann) – Wie eine aktu­el­le Studie gezeigt hat, führen stär­ke­re Schwan­kun­gen von (insbe­son­de­re) subre­ti­na­ler Flüs­sig­keit bei Pati­en­ten mit neovasku­lä­rer AMD (nAMD) während einer Anti-VEGF-Thera­pie zu ungüns­ti­gen anato­mi­schen Befun­den und somit zu schlech­ten funk­tio­nel­len Ergebnissen.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten eine Post-hoc-Analy­se der prospek­ti­ven Phase-II-Studie OSPREY durch, in der die Thera­pie mit Brolu­ci­zumab gegen­über derje­ni­gen mit Afli­ber­cept bei 89 Pati­en­ten mit nAMD über einen Zeit­raum von 56 Wochen vergli­chen wurde. Mithil­fe der Aufnah­men der Spec­tral-Domain-OCT (SD-OCT) quan­ti­fi­zier­te die Arbeits­grup­pe reti­na­le Flüs­sig­keits-Schwan­kun­gen als Stan­dard­ab­wei­chung für die zentra­le Netz­haut­di­cke (CST), das gesam­te Flüs­sig­keits (TF)-, das subre­ti­na­le Flüs­sig­keits (SRF)- und das intra­r­e­ti­na­le Flüs­sig­keits (IRF)-Volumen sowie den gesam­ten maku­lä­ren und den zentra­len maku­lä­ren tota­len reti­na­len Flüs­sig­keits­in­dex (TRFI) über die Wochen 12 bis 56. Vergli­chen wurden Augen, die Flüs­sig­keits-Fluk­tua­tio­nen ≤ des 25%- oder ≥ des 75%-igen Perzen­tils aufwiesen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass Augen mit gerin­ger Flüs­sig­keits-Vola­ti­li­tät verschie­de­ner Kompar­ti­men­te größe­re Verän­de­run­gen des Volu­mens vom subre­ti­na­len hyper­re­flek­ti­ven Mate­ri­al (SHRM) von Studi­en­be­ginn bis Woche 12 gegen­über Augen mit star­ken Schwan­kun­gen zeig­ten. Demge­gen­über wiesen Augen mit hoher Fluk­tua­ti­on der SRF in der Anti-VEGF-Erhal­tungs­pha­se (Woche 12–56) ein gestei­ger­tes Volu­men des SHRM im Vergleich zu denje­ni­gen mit wenig SRF-Vola­ti­li­tät (p=0,027) auf. Des Weite­ren stell­ten die Reti­no­lo­gen fest, dass Augen mit vermehr­ter Flüs­sig­keits-Bewe­gung der CST, TF und SRF gegen­über denje­ni­gen mit nur leich­ter Fluk­tua­ti­on eine gerin­ge­re Erho­lung der Inte­gri­tät der Ellip­so­id-Zone verzeich­ne­ten (p<0,001; p=0,033; p=0,043). Über­dies war eine frühe exsu­da­ti­ve Insta­bi­li­tät der CST, TF, IRF sowie des maku­lä­ren und zentral maku­lä­ren TRFI zwischen Woche 4–8 oder Woche 8–12 mit einer größe­ren Flüs­sig­keits-Fluk­tua­ti­on während der Erhal­tungs­pha­se asso­zi­iert (beide p<0,05).

(tt)

Autoren: Ehlers JP et al.
Korrespondenz: Justis P Ehlers; ehlersj@ccf.org
Studie: The Association of Fluid Volatility With Subretinal Hyperreflective Material and Ellipsoid Zone Integrity in Neovascular AMD.
Quelle: Invest Ophthalmol Vis Sci. 2022 Jun 1;63(6):17.
Web: dx.doi.org/10.1167/iovs.63.6.17

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