Neovasku­lä­re AMD mit Typ-1-MNV

„Dark Halo“ als neuen OCT-A-Biomarker für MNV-Aktivität identifiziert

17. Mai 2022

NEAPEL (Bier­mann) – Bei dem „Dark-Halo“ handelt es sich um einen hypo­fluo­res­zie­ren­den Bereich zirku­lär um eine maku­lä­re Neovasku­la­ri­sa­ti­ons­mem­bran (MNV) herum, der ein mikro­vasku­lä­res Fluss­de­fi­zit der Chorio­ka­pil­la­ris wider­spie­gelt und abhän­gig von der MNV-Akti­vi­tät fluk­tu­iert. Die Autoren einer aktu­el­len Arbeit haben nun gezeigt, dass dieser peri­lä­sio­na­le Bereich redu­zier­ter Gefäß­dich­te mithil­fe der OCT-Angio­gra­phie (OCT‑A) zuver­läs­si­ger detek­tier­bar, visua­li­sier­bar und quan­ti­fi­zier­bar ist als mittels der Indo­zya­nin­grün-Angio­gra­phie (ICG‑A). Dieser Bereich eignet sich laut den Forschen­den als Akti­vi­täts-Biomar­ker zur Verlaufs­kon­trol­le im Rahmen einer Anti-VEGF-Therapie.

In ihre prospek­ti­ve Pilot­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler im Zeit­raum Januar 2018 bis Okto­ber 2021 36 Patienten/Augen mit behand­lungs­nai­ver nAMD und Typ-1-MNV (subpig­men­t­epi­the­li­al; früher okkul­te CNV) ein, die sich in der Augen­kli­nik der Univer­si­tät Neapel Feder­i­co II (Itali­en) vorstell­ten. Die Arbeits­grup­pe führte eine voll­stän­di­ge ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung, einschließ­lich Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie, ICG‑A, Spec­tral-Domain-OCT sowie OCT‑A durch. Zusätz­lich verglich sie die Aufnah­men des „Dark Halos“ der OCT‑A mit denen der ICG‑A. Mithil­fe des gepaar­ten Student´s Tests und des Intra­klas­sen-Korre­la­ti­ons­ko­ef­fi­zi­en­ten evalu­ier­ten die Ophthal­mo­lo­gen zudem die Unter­schie­de der „Dark Halo“-Flächenmessungen beider Bildgebungsverfahren.

Die Forscher ermit­tel­ten eine mitt­le­re Gesamt­flä­che (MNV + „Dark Halo“) und eine MNV-Fläche in der OCT‑A von 2,01±2,4 mm2 und 0,57±1 mm2 sowie in der ICG‑A von 1,81±2,5 mm2  und 1,27±2,1 mm2.

Der „Dark Halo“-Bereich erwies sich in der OCT‑A als signi­fi­kant größer im Vergleich zu demje­ni­gen in der ICG‑A (1,49±1,8 mm2 vs. 0,54±0,5 mm2; p=0,001).

Die Reti­no­lo­gen konsta­tier­ten jedoch, dass eine schlech­te Über­ein­stim­mung zwischen den OCT-A- und den ICG-A-Scans zur Messung des „Dark Halo“-Bereiches mit einem gerin­gen Intra­klas­sen-Korre­la­ti­ons­ko­ef­fi­zi­en­ten von 0,397 (95%-KI ‑0,090–0,679) zu verzeich­nen war.

(tt)

Autoren: Fossataro F et al.
Korrespondenz: Gilda Cennamo; xgilda@hotmail.com
Studie: Dark halo, a new biomarker in macular neovascularization: comparison between OCT angiography and ICGA-a pilot prospective study
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2022; May 6 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-022-05693-8

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