Neovasku­lä­re AMD

Behandlung mit Brolucizumab senkt Therapielast durch weniger häufige IVT

7. Juli 2020

PALO ALTO (Bier­mann) – Die Häufig­keit der Injek­tio­nen mit vasku­lä­ren endo­the­lia­len Wachs­tums­fak­to­ren (VEGF), wie sie derzeit der Behand­lungs­stan­dard bei neovasku­lä­rer alters­be­ding­ter Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on (nAMD) vorsieht, sind sowohl für Pati­en­ten als auch für Ärzte und medi­zi­ni­sches Perso­nal poten­zi­ell eine Belas­tung. Das neu entwi­ckel­te Anti-VEGF-Mole­kül Brolu­ci­zumab, so schrei­ben die Autoren einer aktu­el­len Über­sicht, habe in klini­schen Studi­en in einem 12-wöchi­gen Behand­lungs­sche­ma eine länge­re Halt­bar­keit und Verbes­se­rung der visu­el­len und anato­mi­schen Ergeb­nis­se gezeigt. Dies deute auf sein Poten­zi­al hin, die Thera­pielast zu verringern.

Präkli­ni­sche Studi­en hätten gezeigt, dass Brolu­ci­zumab leicht in die Netz­haut eindringt und das reti­na­le Pigmen­t­epi­thel (RPE)/die Ader­haut mit mini­ma­ler syste­mi­scher Expo­si­ti­on erreicht, berich­ten die Wissen­schaft­ler. Die Sicher­heit, Verträg­lich­keit und Wirk­sam­keit einer einzel­nen Brolu­ci­zumab-IVT bei Pati­en­ten mit thera­pi­e­nai­ver nAMD wurde den Forschern zufol­ge erst­mals in der Phase‑I/II-Studie SEE nach­ge­wie­sen. Die Phase-II-Studie OSPREY zeigte, dass Brolu­ci­zumab in einem 8‑wöchigen Regime in Bezug auf die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA) genau­so wirk­sam war wie Afli­ber­cept und dass sich mit Brolu­ci­zumab eine stär­ke­re Auflö­sung von Flüs­sig­keits­an­samm­lun­gen erzie­len ließ. Mit Brolu­ci­zumab behan­del­te Pati­en­ten in der OSPREY-Studie wurden anschlie­ßend einem Dosie­rungs­in­ter­vall von 12 Wochen ausge­setzt; die Ergeb­nis­se liefer­ten wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen für das Design und die Endpunk­te der Phase-III-Studien.

In den Phase-III-Studi­en HAWK und HARRIER rich­te­te sich das Brolu­ci­zumab-Behand­lungs­sche­ma (12 Wochen oder 8 Wochen) nach 3 monat­li­chen Injek­tio­nen nach der indi­vi­du­el­len Bewer­tung der Krank­heits­ak­ti­vi­tät anhand funk­tio­nel­ler und anato­mi­scher Para­me­ter (Fovea­di­cken­di­cken­mes­sung [CST], intra­r­e­ti­na­le Flüs­sig­keit [ IRF] oder subre­ti­na­le Flüs­sig­keit [SRF]) und wurde mit Afli­ber­cept (8 Wochen) vergli­chen. Im Vergleich zur Afli­ber­cept-Thera­pie wiesen weni­ger Augen unter  6 mg Brolu­ci­zumab eine Krank­heits­ak­ti­vi­tät auf. Die anato­mi­schen Ergeb­nis­se in den Wochen 16 und 48 zeig­ten, dass Brolu­ci­zumab in stär­ke­rem Maße zu einer Abtrock­nung führt. Darüber hinaus hiel­ten 55,6% (HAWK) und 51% (HARRIER) der mit 6 mg Brolu­ci­zumab behan­del­ten Pati­en­ten ein Dosie­rungs­in­ter­vall von 12 Wochen unmit­tel­bar nach der Bolus­pha­se bis Woche 48 ein. Diese Phase-III-Studi­en haben nach Ansicht der Autoren des aktu­el­len Über­sichts­ar­ti­kels gezeigt, dass das 12-wöchi­ge Brolu­ci­zumab-Regime eben­falls wirk­sam und sicher ist und gleich­zei­tig die mit regel­mä­ßi­gen IVT-Injek­tio­nen bei nAMD-Pati­en­ten verbun­de­ne Thera­pielast verringert.

(ac)

Autoren: Nguyen QD et al.
Korrespondenz: Quan Dong Nguyen; ndquan@stanford.edu
Studie: Brolucizumab: Evolution through Preclinical and Clinical Studies and the Implications for the Management of Neovascular Age-Related Macular Degeneration
Quelle: Ophthalmology 2020 Jan 17:S0161-6420(20)30041-5.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ophtha.2019.12.031

 

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