Alters­be­ding­te Makuladegeneration

Langfristig zufriedenstellende Visusergebnisse mit VEGF-Inhibition

15. November 2019

SYDNEY (Bier­mann) – Mit der adäqua­ten Behand­lung einer neovasku­lä­ren alters­be­ding­ten Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on (nAMD) können lang­fris­tig zufrie­den­stel­len­de Visus­er­geb­nis­se erzielt werden. Eine zentra­le Makula-Atro­phie entwi­ckelt sich bei einer Lang­zeit­be­hand­lung mit VEGF-Inhi­bi­to­ren nicht allge­mein, wie zuvor befürch­tet. Dies ist das Ergeb­nis einer austra­li­schen Arbeits­grup­pe, die 10-Jahres-Daten der Fight-Retinal-Blindness!-Datenbank ausge­wer­tet hat.

Für ihre retro­spek­ti­ve, verglei­chen­de, inter­ven­tio­nel­le Fall­se­rie analy­sier­ten die Studi­en­au­toren 712 behand­lungs­nai­ve Augen (474 aus Austra­li­en und Neusee­land sowie 321 aus der Schweiz), die zwischen dem 1. Januar 2006 und dem 31. Dezem­ber 2008 mit einer Anti-VEGF-Behand­lung gegen nAMD began­nen, und verfolg­ten diese in der prospek­tiv gestal­te­ten Beob­ach­tungs­da­ten­bank (Fight Reti­nal Blind­ness! Regis­try) weiter. Das primä­re Ergeb­nis war eine mitt­le­re Verän­de­rung der Sehschär­fe bei Augen, die 10 Jahre behan­delt wurden.

Die mitt­le­re Sehschär­fe in 132 Augen (28%) aus Austra­li­en und Neusee­land, die die 10-jähri­ge Behand­lung abge­schlos­sen hatten, sank gegen­über dem Ausgangs­wert um 0,9 Buch­sta­ben (95%-Konfidenzintervall [KI] –4,9 bis 3,1; p=0,7), wobei 42% ≥20/40 erreich­ten. Die 37 Augen (12%) aus der Schweiz verlo­ren 14,9 Buch­sta­ben (95%-KI –24 bis –5,7; p<0,001), wobei 35% ≥20/40 erreichten.

Die Augen aus Austra­li­en und Neusee­land erhiel­ten über einen Zeit­raum von 10 Jahren mehr Injek­tio­nen als die Augen aus der Schweiz (ein Median von 53 versus 42) bei weni­ger Besu­chen mit besse­rer Krank­heits­kon­trol­le (Anteil der Besu­che mit akti­ver Erkran­kung: 38% verus 69%). Makula-Atro­phie und subre­ti­na­le Fibro­se waren die Haupt­grün­de für den Verlust von 10 Buch­sta­ben in der Unter­grup­pe der retro­spek­tiv analy­sier­ten Augen. Bei den Pati­en­ten, die die Behand­lung inner­halb von 10 Jahren abge­bro­chen hatten, war in beiden Regio­nen die mitt­le­re Sehschär­fe beim letz­ten Besuch unter den Ausgangs­wert gefallen.

Die erhöh­te Anzahl an Injek­tio­nen könnte dazu geführt haben, dass bei den Augen aus Austra­li­en und Neusee­land die visu­el­len Ergeb­nis­se besser waren, so die abschlie­ßen­de Vermu­tung der Autoren.

(isch)

Autoren: Gillies M et al.
Korrespondenz:  Sanjeeb Bhandari; sbha5189@uni.sydney.edu.au
Studie: Ten-Year Treatment Outcomes of Neovascular Age-Related Macular Degeneration from two regions
Quelle: Am J Ophthalmol 2019 Oct 10
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2019.10.007

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