Neona­ta­les Glaukom

Nicht selten ist eine Röteln-Infektion ursächlich

12. Januar 2022

CHANDIGARH (Bier­mann) – Beim konna­ta­len Röteln-Syndrom (CRS) handelt es sich um eine infek­tiö­se Embryofetopa­thie mit multi­plen föta­len Defek­ten, die bei Säug­lin­gen als Folge einer mütter­li­chen Infek­ti­on mit dem Röteln-Virus auftre­ten kann. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass bei einem höhe­ren Prozent­satz der neona­ta­len Glau­kome eine intrau­te­ri­ne Röteln­in­fek­ti­on zugrun­de liegt.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 27 Säug­lin­ge mit Glau­kom, die in einem Schwer­punkt­zen­trum für pädia­tri­sches Glau­kom in Indien im Zeit­raum 1.1.2018 bis 30.9.2018 behan­delt und >1 Jahr nach­kon­trol­liert wurden, in ihre Studie ein. Das Blut aller Säug­lin­ge wurde auf Röteln-IgM-Anti­kör­per getes­tet. Die antig­lau­kom­a­tö­sen, chir­ur­gi­schen Eingrif­fe umfass­ten eine kombi­nier­te Trabe­ku­lo­to­mie mit Trabe­ku­lek­to­mie oder Gonio­to­mie. Die Arbeits­grup­pe verglich 1 Jahr post­ope­ra­tiv die Befun­de und Thera­pie­er­geb­nis­se der Kinder mit und ohne posi­ti­ve Antikörpern.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass von den 27 Säug­lin­gen 7 (25,9%) Röteln-IgM-posi­tiv waren und bei allen ein bila­te­ra­les Glau­kom vorlag. Ein Auge war voll­stän­dig entstellt und musste enukle­iert werden.

Es lag kein signi­fi­kan­ter Unter­schied im Alter und Augen­in­nen­druck (IOD) bei Erst­vor­stel­lung vor. Die Ophthal­mo­lo­gen stell­ten jedoch fest, dass Röteln-posi­ti­ve Babys präope­ra­tiv signi­fi­kant häufi­ger einge­trüb­te Corneae (p<0,001), klei­ne­re Bulbi (p<0,001) sowie klei­ne­re kornea­le Durch­mes­ser (p=0,007) aufwie­sen als die Röteln-nega­ti­ve Gruppe.

Des Weite­ren zeigte sich bei 2 Kindern der Röteln-Gruppe eine bila­te­ra­le Kata­rakt, bei 3 Kindern eine kardia­le Erkran­kung und bei 1 Kind eine sensi­neura­le Taub­heit. Bei nur 2 Röteln-posi­ti­ven Kindern war eine Fundus­be­ur­tei­lung möglich. Hier­bei konnte eine Chorio­re­t­ini­tis im Sinne einer Salz- und Pfef­fer-Reti­no­pa­thie diagnos­ti­ziert werden.

Obwohl die IOD-Werte beider Grup­pen nach 1 Jahr kontrol­liert und vergleich­bar waren (p=0,51), blieb die Horn­haut­klar­heit in der Röteln-Gruppe signi­fi­kant schlech­ter (p=0,02).

Die Autoren unter­strei­chen, dass bei neona­ta­len Glau­komen mit persis­tie­ren­der Horn­haut­trü­bung und ohne Buph­thal­mus an ein CRS gedacht werden sollte.

(tt)

Autoren: Kaushik S et al.
Korrespondenz: Sushmita Kaushik; sushmita_kaushik@yahoo.com
Studie: Newborn glaucoma: a neglected manifestation of Congenital rubella Syndrome
Quelle: Ophthalmol Glaucoma 2021; Dec 23;S2589-4196(21)00282-9.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ogla.2021.12.005

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