Nekro­ti­sie­ren­de Skleritis

Topisches Erythropoetin als Therapieoption

12. Juli 2021

TEHERAN (Bier­mann) – Erythro­poe­tin ist ein körper­ei­ge­nes Glyko­pro­t­e­in­hor­mon, welches die Erythro­poe­se im Knochen­mark anregt. Darüber hinaus kann Erythro­poe­tin, im Sinne einer plei­o­tro­pen Wirkung, die Wund­hei­lung von trau­ma­ti­sier­tem Gewebe fördern und einer Narben­bil­dung entge­gen­wir­ken, indem es die Apopto­se hemmt und die Stamm­zell­re­kru­tie­rung, die Ausschüt­tung von Wachs­tums­fak­to­ren, die Angio­ge­ne­se sowie die Reepi­the­lia­li­sie­rung stimuliert.

Eine aktu­el­le Studie aus dem Iran hat nun gezeigt, dass die Appli­ka­ti­on von topi­schem Erythro­poe­tin bei thera­pie­re­frak­tä­rer nekro­ti­sie­ren­der Skle­ri­tis eine siche­re und wirk­sa­me Thera­pie­mög­lich­keit darstellt.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 8 Pati­en­ten mit nekro­ti­sie­ren­der Skle­ri­tis, bei denen die konven­tio­nel­le Thera­pie nicht den erwünsch­ten Erfolg hinsicht­lich der avasku­lä­ren Läsio­nen der Sklera erziel­te, in die Studie auf. Die Arbeits­grup­pe ermit­tel­te als Ursa­che der nekro­ti­sie­ren­den Skle­ri­tis frühe­re ophthal­mo­lo­gi­sche Eingrif­fe (SINS; surgi­cal­ly indu­ced necro­ti­zing scle­ri­tis), rheu­ma­to­ide Arthri­tis-beding­te nekro­ti­sie­ren­de ante­rio­re Skle­riti­den, ther­mi­sche Verbren­nun­gen sowie chemi­sche Verät­zun­gen. Alle Pati­en­ten wurden mit 3000 IU/ml Erythro­poe­tin topisch 4‑mal täglich behandelt.

Das mitt­le­re Alter der Pati­en­ten betrug 37,6 ±15,5 Jahre. Die Forscher stell­ten einen mitt­le­ren Zeit­raum zwischen der Entwick­lung der Sklera-Nekro­se und dem Beginn der topi­schen Erythro­poe­tin­be­hand­lung von 25,6 ±12,0 Tagen fest.

In allen Fällen diagnos­ti­zier­ten die Ophthal­mo­lo­gen im Mittel nach 31,9 ±16,9 Tagen eine voll­stän­di­ge Remis­si­on der nekro­ti­sie­ren­den Skle­ri­tis. Darüber hinaus zeig­ten sich während des Studi­en­zeit­rau­mes weder Rezi­di­ve der avasku­lä­ren Nekro­sen noch uner­wünsch­te Ereig­nis­se der Behandlung.

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend die Notwen­dig­keit von zukünf­ti­gen rando­mi­sier­ten klini­schen Studi­en, um die Wirk­sam­keit dieser thera­peu­ti­schen Inter­ven­ti­on bei Pati­en­ten mit avasku­lä­rer, nekro­ti­sie­ren­der Skle­ri­tis besser beur­tei­len zu können.

(tt)

Autoren: Feizi S et al.
Korrespondenz: Sepehr Feizi; sepehrfeizi@yahoo.com
Studie: Topical Erythropoietin for Treatment of Scleral Necrosis
Quelle: Ocul Immunol Inflamm 2021; Jun 14;1-6.
Web: dx.doi.org/10.1080/09273948.2021.1934485

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