Nach­tei­li­ge Auswir­kung des trocke­nen Auges auf das Sehvermögen

Steigende/Stärkere Beeinträchtigung mit zunehmendem ITF-Schweregrad

19. Februar 2019

LITTLE ROCK (Bier­mann). Das Trocke­ne Auge kann sich erheb­lich auf die Sehfunk­ti­on der Pati­en­ten auswir­ken und die Produk­ti­vi­tät am Arbeits­platz und die Lebens­qua­li­tät beein­flus­sen. Die diagnos­ti­sche Erfas­sung ist für den Arzt nicht leicht. Wert­vol­le Infor­ma­tio­nen erhal­ten die Ärzte auch durch die Befra­gung der betrof­fe­nen Patienten.

Um die Auswir­kun­gen des trocke­nen Auges auf die mit dem Sehver­mö­gen in Zusam­men­hang stehen­den Funk­tio­nen einschät­zen zu können, haben nun Ophthal­mo­lo­gen um Dr. Laurie Barber aus Little Rock, USA, eine Studie durch­ge­führt. Hierzu nutz­ten die Studi­en­au­toren den Frage­bo­gen zum Ocular Surface Dise­a­se Index (OSDI) sowie die Eintei­lung in verschie­de­ne ITF-Schwe­re­gra­de. Der OSDI-Frage­bo­gen dient dazu, eine schnel­le Einschät­zung der Sympto­me beim trocke­nen Auge sowie deren Auswir­kun­gen auf die Sehfunk­ti­on des Pati­en­ten zu ermög­li­chen. Die Richt­li­ni­en der Inter­na­tio­na­len Task Force (ITF) in den USA haben ein 4‑stufiges Bewer­tungs­sche­ma einge­führt, das die Behand­lung von Krank­hei­ten des trocke­nen Auges basie­rend auf klini­schen Anzei­chen und Sympto­men unterstützt.

In die nicht inter­ven­tio­nel­le Quer­schnitts­stu­die wurden Pati­en­ten mit Sympto­men des trocke­nen Auges einge­schlos­sen, die noch keine Vorbe­hand­lung erhal­ten hatten. Die Ärzte unter­such­ten die Horn­haut- und Binde­haut­fär­bung, die Tränen­auf­riss­zeit, den Schir­mer-Test (Typ I mit Anäs­the­sie) und die am besten korri­gier­te Sehschär­fe. Außer­dem beant­wor­te­ten die Pati­en­ten schrift­lich die OSDI-Fragen. Danach vergli­chen die Studi­en­au­toren den aus den Antwor­ten ermit­tel­ten OSDI-Gesamt­wert und die einzel­nen Berei­che Symptom, visu­el­le Funk­ti­on und Umwelt­ein­flüs­se über die ITF-Schwe­re­gra­de (1 bis 4) hinweg.

Von 158 einge­schlos­se­nen Pati­en­ten (Durch­schnitts­al­ter 55 Jahre) waren 52 (33%) ITF‑1, 54 (34%) ITF‑2 und 52 (33%) ITF‑3/4. Die Gesamt-OSDI-Werte (Mittel­wert [Stan­dard­ab­wei­chung]) betru­gen 26,5 [20,0] für die ITF-1-Kohor­te, 33,8 [17,5] für ITF‑2 und 44,9 [26,1] für ITF-Level‑3/4 (p < 0,0001). Die OSDI-Werte der Sympto­me, der visu­el­len Funk­ti­on und der Umwelt­ein­flüs­se verschlech­ter­ten sich mit zuneh­men­dem ITF-Schwe­re­grad (p ≤ 0,01).

Die Studi­en­au­toren schluss­fol­gern, dass eine Erkran­kung des trocke­nen Auges über alle ITF-Schwe­re­gra­de hinweg erheb­li­che nach­tei­li­ge Auswir­kun­gen auf die Funk­ti­on der Sehkraft hat. Eine voll­stän­di­ge und umfas­sen­de Anamne­se sollte dazu beitra­gen, Pati­en­ten mit nicht eindeu­ti­gen Sympto­men ohne klini­sche Anzei­chen oder umge­kehrt rich­tig zu iden­ti­fi­zie­ren, um so eine ange­mes­se­ne Behand­lung des trocke­nen Auges zu ermöglichen.

(isch)

Autoren: Laurie Barber, Omid Khodai, Thomas Croley et al.
Korrespondenz: Laurie Barber, Little Rock Eye Clinic, 203 Executive Court, Suite A, Little Rock, AK 72205, USA. barberlauried@gmail.com
Studie: Dry eye symptoms and impact on vision-related function across International Task Force guidelines severity levels in the United States
Quelle: BMC Ophthalmol 2018;18:260.
Web: https://doi.org/10.1186/s12886-018-0919-7

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