Myopie und Smart-Devices

Studie ergibt Assoziation bei extensiver Verwendung

17. Januar 2022

SINGAPUR (Bier­mann) – Die über­mä­ßi­ge Nutzung soge­nann­ter Smart-Devices wie Smart­pho­nes und Tablet-Compu­tern kann mit einem zuneh­men­den Risiko für Myopie asso­zi­iert sein.

Die Autoren einer neuen Studie führ­ten im Rahmen ihres Reviews mit Meta­ana­ly­se eine Lite­ra­tur­re­cher­che in MEDLINE, EMBASE und Primär­for­schungs­ar­ti­keln durch, um die Expo­si­ti­on gegen­über Smart-Devices und Myopie bei Kindern und jungen Erwach­se­nen (Alters­span­ne 3 Monate bis 33 Jahre) zu untersuchen.

Die Arbeits­grup­pe schloss Studi­en ein, in denen die Myopie-bezo­ge­nen Ergeb­nis­se von bestehender/neu aufge­tre­te­ner Myopie, die Myopie-Progres­si­ons­ra­te, die axiale Bulbus­län­ge oder das sphä­ri­sche Äqui­va­lent vergli­chen wurden.

Die Gruppe teilte die Studi­en in 3 Grup­pen auf. In 10 Studi­en (Gruppe 1) wurde die Nutzung von Smart-Devices unab­hän­gig unter­sucht, in 10 Studi­en (Gruppe 2) die Nutzung von Smart-Devices in Kombi­na­ti­on mit Compu­ter­ar­beit über­prüft und in 13 Studi­en (Gruppe 3) die Nutzung von Smart-Devices in Kombi­na­ti­on mit nicht bild­schirm­ba­sier­ten Nahsicht­auf­ga­ben bewer­tet. Nach­fol­gend führ­ten die Wissen­schaft­ler eine Meta­ana­ly­se des Zusam­men­hangs zwischen Bild­schirm­ar­beit und bestehender/neu aufge­tre­te­ner Myopie für Studi­en der Gruppe 1 allei­ne und zusam­men mit Studi­en der Gruppe 2 durch. Random-Effects-Model­le wurden bei hoher Hete­ro­ge­ni­tät der Studi­en (I2 >50%) und Fixed-Effects-Model­le bei gerin­ger Hete­ro­ge­ni­tät (I2 ≤50%) verwendet.

Von 3325 Arti­keln schlos­sen die Forscher 33 in die Über­sichts­ar­beit und 11 in die Meta­ana­ly­se ein. In 4 Studi­en der Gruppe 1 sowie 8 der Gruppe 2 und 13 der Gruppe 3 wurde die Myopie mittels objek­ti­ver Refrak­ti­on ermit­telt, während in den ande­ren Studi­en Frage­bö­gen zum Einsatz kamen. In allen Studi­en wurde die Bild­schirm­be­las­tung mittels Frage­bö­gen eruiert. In 5 Studi­en der Gruppe 1 und 6 der Gruppe 2 berich­te­ten die jewei­li­gen Autoren über Asso­zia­tio­nen zwischen Bild­schirm­zeit und bestehender/neu aufge­tre­te­ner Myopie, erhöh­tem sphä­ri­schen Äqui­va­lent und verlän­ger­tem Bulbus. Smart-Device-Bild­schirm­zeit allei­ne (OR 1,26; 95%-KI 1,0–1,6; I2 =77%) oder zusam­men mit PC-Nutzung (OR 1,77; 95%-KI 1,28–2,45; I2=87%) waren signi­fi­kant mit einer Myopie assoziiert.

Die Autoren resü­mie­ren, dass objek­ti­ve Messun­gen der Bild­schirm­zeit und Myopie-bezo­ge­ner Ergeb­nis­se erfor­der­lich sind, um die Expo­si­ti­ons­zeit mit intel­li­gen­ten Gerä­ten als unab­hän­gi­gen Risi­ko­fak­tor zu untersuchen.

(tt)

Autoren: Foreman J et al.
Korrespondenz: Joshua Foreman; foremanj@unimelb.edu.au
Studie: Association between digital smart device use and myopia: a systematic review and meta-analysis
Quelle: Lancet Digit Health 2021; Dec;3(12):e806-e818.
Web: dx.doi.org/10.1016/S2589-7500(21)00135-7

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