Myopie als Risikofaktor

Konversion einer okulären Hypertension in ein primäres Offenwinkelglaukom

18. Februar 2020

MAINZ (Bier­mann) – Eine deut­sche Arbeits­grup­pe um Erst­au­torin Dr. Susan­ne Hopf aus Mainz ist der Frage nach­ge­gan­gen, welche Rolle Schwan­kun­gen des Augen­in­nen­drucks (IOD) und andere Fakto­ren bei der Konver­si­on einer okulä­ren Hyper­ten­si­on in ein Offen­win­kel­glau­kom haben. Die im „Inter­na­tio­nal Ophthal­mo­lo­gy“ veröf­fent­lich­ten Ergeb­nis­se der retro­spek­ti­ven Kohor­ten­stu­die zeigen, dass die in der Studie gemes­se­nen Fluk­tua­tio­nen bei behan­del­ten Pati­en­ten mit okulä­rer Hyper­ten­si­on nicht zur Entwick­lung eines Glau­koms führ­ten. Kurz­sich­ti­ge Pati­en­ten mit einer okulä­ren Hyper­ten­si­on haben hinge­gen ein höhe­res Risiko für eine Konver­si­on in ein Glau­kom als nicht kurz­sich­ti­ge Pati­en­ten mit okulä­rer Hypertension.

Die Studi­en­po­pu­la­ti­on umfass­te Pati­en­ten mit okulä­rer Hyper­ten­si­on, defi­niert als ein IOD >21 mmHg, mit normal erschei­nen­den Papil­len und ohne Gesichts­feld­de­fekt. IOD-Fluk­tua­tio­nen (Mittel­wert und Maxi­mum) wurden bei 61 Augen während einer Follow-up-Peri­ode von 36 Monate unter­sucht (Stan­dard­ab­wei­chung [SD] 24).

Bei allen Pati­en­ten wurden mindes­tens zwei 48-Stun­den-IOD-Profi­le ange­fer­tigt, einschließ­lich nächt­li­cher IOD-Messun­gen in Rücken­la­ge, Gesichts­feld­un­ter­su­chun­gen, Heidel­berg-Retina-Tomo­graph-Analy­sen (HRT) und Papil­len­fo­tos. Der Einfluss von IOD-Para­me­ter, Myopie, Geschlecht, Cup-to-Disc-Ratio und Gesichts­feld auf eine mögli­che Konver­si­on in ein Glau­kom wurde anhand von Regres­si­ons­ana­ly­sen bestimmt

Während eine IOD-Fluk­tua­ti­on die Konver­si­on nicht beein­fluss­te, erwies sich eine Myopie als Risi­ko­fak­tor (Hazard Ratio 14,4; 95%-Konfidenzintervall 3,9–53,0; p≤0,001). Über einen Zeit­raum von durch­schnitt­lich drei Jahren fand bei 6 von 61 Augen eine Konver­si­on in ein Offen­win­kel­glau­kom statt.

Die Studie ergab weiter­hin einen mitt­le­ren Lang­zeit-IOD über alle verfüg­ba­ren Profi­le von 18,1 mmHg (SD 3,2) und eine IOD-Fluk­tua­ti­on von 1,9 mmHg (SD 1,1) inner­halb einer meist behan­del­ten Kohor­te. Die konver­si­ons­freie 5‑Jah­res-Rate betrug 59,8%.

(isch)

Autoren: Hopf S et al.
Korrespondenz: Susanne Hopf; hopf101@gmail.com
Studie: The impact of intraocular pressure fluctuations and other factors on conversion of ocular hypertension to primary open-angle glaucoma
Quelle: Int Ophthalmol 2020; Feb 17.
Web: https://doi.org/10.1007/s10792-020-01306-7

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