Myope atro­phi­sche Makulopathie

Choroidale Neovaskularisation kann als Kompensation der Ischämie auftreten

2. Mai 2022

GUANGZHOU (Bier­mann) – Einer aktu­el­len Studie zufol­ge spielt bei der Entwick­lung einer myopen atro­phi­schen Makulo­pa­thie eine progre­dien­te maku­lä­re Ischä­mie eine entschei­den­de Rolle. Laut den Autoren der Arbeit  kann sich jedoch auch aufgrund einer Abnah­me der maku­lä­ren Ader­haut­di­cke (MCT) und des Blut­flus­ses der Choriokapillaris(CC) kompen­sa­to­risch eine aktive myope choro­ida­le Neovasku­la­ri­sa­ti­ons­mem­bran (mCNV) mani­fes­tie­ren. Im Gegen­satz dazu besteht bei einer myopen maku­lä­ren Trak­ti­on mit Foveo­schi­sis nur eine gerin­ge Korre­la­ti­on mit diesen choro­ida­len Veränderungen.

In ihre Quer­schnitts­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 153 Pati­en­ten (219 Augen) mit hoch­gra­di­ger Myopie ein. Die Arbeits­grup­pe bestimm­te mithil­fe der OCT-Angio­gra­phie (OCT‑A) die MCT sowie den Blut­fluss der CC. Zusätz­lich über­prüf­ten die Forschen­den die Bezie­hung zwischen der MCT sowie dem Blut­fluss der CC und dem Schwe­re­grad der chorio­re­ti­na­len Atro­phie (A), der myopen Foveo­schi­sis (myope­Trak­ti­ons­ma­kulo­pa­thie; [T]) und der mCNV ([N]; gemein­sam als ATN-Klas­si­fi­ka­ti­on im Rahmen der OCT-A-Auswer­tung definiert).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass weder bei der MCT noch bei dem Blut­fluss der CC eine signi­fi­kan­te Korre­la­ti­on mit den verschie­de­nen Schwe­re­gra­den der myopen Foveo­schi­sis bestand (p>0,05).

Demge­gen­über stell­ten die Exper­ten fest, dass der Blut­fluss der CC bei Augen mit Lack­sprün­gen (Risse zwischen Netz­haut und Choro­idea) im Vergleich zu dem bei Augen ohne mCNV signi­fi­kant abnahm (p<0,05). Die Ophthal­mo­lo­gen beob­ach­te­ten hinge­gen auch, dass sich der Blut­fluss der CC signi­fi­kant bei akti­ver mCNV gegen­über Augen mit allei­ni­gen Lack­sprün­gen stei­ger­te (p<0,05).

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Reti­no­lo­gen, dass die MCT und der Blut­fluss der CC nega­tiv mit verschie­de­nen Schwe­re­gra­den der chorio­re­ti­na­len Atro­phie korre­lier­ten (p<0,001). Die MCT wies die stärks­te Abnah­me im frühen Stadi­um der atro­phi­schen Makulo­pa­thie (p<0,001) auf, während der Blut­fluss der CC indes die signi­fi­kant stärks­te Verrin­ge­rung im späten Stadi­um (p<0,001) zeigte.

(tt)

Autoren: Wang Y et al.
Korrespondenz: Lin Lu; lulin888@126.com
Studie: Changes in Myopic Maculopathy based on ATN Classification System: An Optical Coherence Tomography Angiography Study
Quelle: Retina 2022; Apr 1;42(4):679-688.
Web: dx.doi.org/10.1097/IAE.0000000000003397

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