Multi­ple Skle­ro­se-asso­zi­ier­te Uveitis

Anti-CD20-Therapie beweist gutes Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil

13. Juli 2022

BERLIN (Bier­mann) – Die Anti-CD20-Thera­pie, bei der huma­ni­sier­te mono­k­lo­na­le Anti­kör­per selek­tiv CD20-posi­ti­ve B‑Zellen inhi­bie­ren, wird bei Pati­en­ten mit akti­ver Multi­pler Skle­ro­se (MS) einge­setzt. Bei etwa 1% der MS-Pati­en­ten kommt es zu einer MS-asso­zi­ier­ten Uvei­tis. Die Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung aus der Chari­té- Univer­si­täts­me­di­zin Berlin haben nun inter­dis­zi­pli­när gezeigt, dass Anti-CD20-Anti­kör­per eine geeig­ne­te Thera­pie­op­ti­on bei MS-asso­zi­ier­ter inter­me­diä­rer und poste­rio­rer Uvei­tis mit reti­na­ler Betei­li­gung darstellen.

In ihre retro­spek­ti­ve Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 6 Pati­en­ten (12 Augen) mit MS-asso­zi­ier­ter Uvei­tis ein, die sich als ther­pie­re­frak­tär gegen­über bislang einge­setz­ten Immun­mo­du­la­to­ren erwies. Die Arbeits­grup­pe bewer­te­te die Befun­de der Uvei­tis­ak­ti­vi­tät, die vor Beginn der Anti-CD20-Thera­pie und zu regel­mä­ßi­gen Kontroll­ter­mi­nen erho­ben wurden. Als primä­re Endpunk­te legten die Forschen­den die Ergeb­nis­se des Glas­kör­per-Haze- sowie des reti­na­len Vasku­li­tis-Score (anhand der Befun­de der Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie) sowie die morpho­lo­gi­schen Befun­de eines Maku­la­ö­dems (quan­ti­fi­ziert durch die zentra­le Netz­haut­di­cke [CRT] in der OCT) und die Ergeb­nis­se der Sehschär­fe (VA) fest. Die sekun­dä­ren Endpunk­te umfass­ten die Anzahl an jähr­li­chen Uvei­tis- und MS-Schü­ben, die Krank­heits­ak­ti­vi­tät (anhand der zere­bra­len MRT [cMRT]) sowie die Ergeb­nis­se auf der erwei­ter­ten Behin­de­rungs-Status-Skala (EDSS).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Anti-CD20-Behand­lung nach im Median 28,5 Mona­ten (IQR 8–43 Monate) mit einer Verbes­se­rung des Glas­kör­per-Haze- (p=0,002) und des reti­na­len Vasku­li­tis-Score (p=0,001), der CRT (p=0,002) sowie der VA (p=0,007) asso­zi­iert war. Ebenso sank auch die media­ne jähr­li­che Rate an Uvei­tis-Schü­ben von 0,59 (0,56–0,94) auf 0 (0–0,49) sowie dieje­ni­ge an MS-Schü­ben von 0,62 (0,26–2,84) auf 0 (0–0). Glei­cher­ma­ßen konsta­tier­ten die neuro­lo­gi­schen Kolle­gen nach Beginn der Thera­pie keine Krank­heits­ak­ti­vi­tät in der cMRT sowie eine Verbes­se­rung (n=2) bzw. äqui­va­len­te Werte (n=4) auf der EDSS. Zudem wurden keine schwer­wie­gen­den Neben­wir­kun­gen beobachtet.

(tt)

Autoren: Stascheit F et al.
Korrespondenz: Uwe Pleyer; uwe.pleyer@charite.de
Studie: Anti-CD20 therapy for multiple sclerosis associated uveitis: a case series
Quelle: Eur J Neurol 2022; Jun 18 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1111/ene.15453

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