Morbus Darier

Ophthalmologische Beteiligung tritt nicht selten auf

29. März 2021

HAIFA (Bier­mann) – Der Morbus Darier stellt eine auto­so­mal-domi­nant vererb­te Haut-Erkran­kung dar, die mit einer gestör­ten Verhor­nung von Epider­mis, Haar­fol­li­keln und Finger­nä­geln einher­geht. Ophthal­mo­lo­gen aus Israel haben nun gezeigt, dass die Präva­lenz für Blepha­ri­tis und Sicca-Syndrom bei diesem Krank­heits­bild sehr hoch ist und deshalb regel­mä­ßi­ge Augen­un­ter­su­chun­gen erfor­der­lich sind.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 36 Pati­en­ten mit Darier-Krank­eit in die prospek­ti­ve Beob­ach­tungs­stu­die auf. Ausge­wer­tet wurde ein Frage­bo­gen zur Beur­tei­lung des Augen­sta­tus. Zusätz­lich führ­ten die Forscher eine ausführ­li­che ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung (Sehschär­fe, Refrak­ti­on, äußer­li­che Unter­su­chung sowie Spalt­lam­pen­be­fund) mit Schwer­punkt auf den Augen­li­der, der Binde­haut und der Horn­haut durch. Weiter­hin erfolg­te ein frage­bo­gen­ba­sier­tes medi­zi­ni­sches Gespräch und eine Haut­un­ter­su­chung.

Im medi­zi­ni­schen Frage­bo­gen gaben 38% der Pati­en­ten Augen­pro­ble­me, 36% der Teil­neh­mer trocke­ne Augen sowie 42% der Pati­en­ten müde Augen nach länge­rem Lesen an. Im Rahmen der ophthal­mo­lo­gi­schen Unter­su­chung stell­ten die Autoren bei 55% der Pati­en­ten Läsio­nen der Augen­li­der, bei 44% der Teil­neh­mer eine Blepha­ri­tis, bei 28% der Pati­en­ten eine konjunk­ti­va­le Hyper­ämie sowie bei 83% der Pati­en­ten eine kurze Tränen­film­auf­riss­zeit fest. Dage­gen fand sich keine signi­fi­kan­te Verbin­dung zwischen den Augen­be­fun­den und einer syste­mi­schen Reti­noidthe­ra­pie, dem Geschlecht oder dem Lebens­al­ter.

(tt)

Autoren: Hammad H et al.
Korrespondenz: Roni Dodiuk-Gad; rdodiukgad@technion.ac.il
Studie: Ophthalmic assessment in patients with Darier disease: Ophthalmic assessment in Darier disease
Quelle: Am J Ophthalmol 2021; Mar 15;S0002-9394(21)00124-0.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.03.011

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