Morbus Behçet

Mikrovaskuläre Alterationen finden sich auch ohne klinischer okulärer Beteiligung

22. März 2021

ROTTERDAM (Bier­mann)  Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass die para­fovea­le  Mikro­ge­fäß­struk­tur in den reti­na­len Kapil­lar­ple­xus sowohl bei Pati­en­ten mit Behçet-Uvei­tis (BU) als auch bei den Pati­en­ten mit Morbus Behçet ohne Augen­be­tei­li­gung (NOBD) verän­dert ist.

Die stärks­ten Abwei­chun­gen in der reti­na­len Mikro­zir­ku­la­ti­on zeig­ten sich bei den Behçet-Pati­en­ten (BU und NOBD) in den tiefe­ren Schich­ten der Netz­haut. Mithil­fe der quan­ti­ta­ti­ven Messung der Gefäß­dich­te (VD) waren diese am aussa­ge­kräf­tigs­ten darzu­stel­len. Dies deute darauf hin, dass die Mikro­zir­ku­la­ti­on dort stär­ker von der Krank­heit betrof­fen sei – bei NOBD subkli­nisch –, so die Autoren.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 68 Teil­neh­mer in die prospek­ti­ve Beob­ach­tungs-Quer­schnitts­stu­die auf. Die Arbeits­grup­pe unter­such­te 23 Augen von BU-Pati­en­ten (mitt­le­res Alter 51±10 Jahre; 2 Pati­en­ten wurden ausge­schlos­sen, da keine OCT‑A Bilder aufge­nom­men werden konn­ten), 23 Augen von NOBD-Pati­en­ten (mitt­le­res Alter 48±14 Jahre) sowie 22 Augen von gesun­den Proban­den (HV; mitt­le­res Alter 44±13 Jahre). Vergli­chen wurden die quan­ti­ta­ti­ven Messun­gen der Opti­schen-Kohä­renz­to­mo­gra­phie-Angio­gra­phie (OCT‑A). Die OCT-A- Bild­ge­bung wurde mit einem Spec­tra­lis-OCT durchgeführt.

Die Forscher ermit­tel­ten die VD des tiefen, inter­me­diä­ren und super­fi­zi­el­len Kapil­lar­ple­xus mithil­fe eines spezi­ell erstell­ten Algo­rith­mus und berech­ne­ten die fovea­le avasku­lä­re Zone (FAZ) und den Azir­ku­la­ri­täts­in­dex für den gesam­ten reti­na­len Gefäßkomplex.

In der durch­ge­führ­ten einfak­to­ri­el­len multi­va­ria­ten Analy­se der Kova­ri­anz stell­ten die Ophthal­mo­lo­gen einen statis­tisch signi­fi­kan­ten Unter­schied in der VD zwischen den 3 Pati­en­ten-Grup­pen fest, nach­dem die Kapil­lar­schich­ten kombi­niert wurden (p<0,001). Die VD in allen 3 Netz­haut­schich­ten erwies sich in der BU-Gruppe als am gerings­ten und in der HV-Gruppe als am stärks­ten ausge­prägt. Ebenso fand sich in den Grup­pen ein statis­tisch signi­fi­kan­ter Unter­schied der FAZ (p<0,005). Die BU-Gruppe wies die am stärks­ten vergrö­ßer­te und die HV-Gruppe die kleins­te FAZ auf. Ein statis­tisch signi­fi­kan­ter Unter­schied im Azir­ku­la­ri­täts­in­dex lag nicht vor.

(tt)

Autoren: Smid LM et al.
Korrespondenz: Lisette Smid; roi@oogziekenhuis.nl
Studie: Parafoveal Microvascular Alterations in Ocular and Non-Ocular Behҫet's Disease Evaluated With Optical Coherence Tomography Angiography
Quelle: Invest Ophthalmol Vis Sci 2021; Mar 1;62(3):8.
Web: dx.doi.org/10.1167/iovs.62.3.8

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