Morbus-Behçet-beding­te Uvei­tis posterior

Retinochoroidale Veränderungen können als Biomarker fungieren

16. August 2021

KAIRO (Bier­mann) – Der Morbus Behçet bezeich­net eine multi­sys­te­mi­sche, auto­im­mu­ne, rezi­di­vie­ren­de Vasku­li­tis und mani­fes­tiert sich okulär häufig als Uvei­tis poste­rior. Eine aktu­el­le Studie aus Ägyp­ten hat nun gezeigt, dass die Akti­vi­tät der Behçet-Uvei­tis (BU) mithil­fe der OCT-Angio­gra­phie (OCT‑A) sowohl im akti­ven als auch im stabi­len Stadi­um über­wacht werden kann. Verschie­de­ne Para­me­ter der reti­na­len und choro­ida­len Mikro­ge­fäß­struk­tur könn­ten als Biomar­ker zur Bestim­mung des Anspre­chens auf eine Thera­pie und zur Verlaufs­kon­trol­le einge­setzt werden, so das Fazit der Autoren.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 20 Pati­en­ten (26 Augen) mit akti­ver BU in die prospek­ti­ve, beob­ach­ten­de, analy­ti­sche Längs­schnitt­stu­die auf. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te mithil­fe der OCT‑A sowie der Enhan­ced-Depth-Imaging-OCT (EDI-OCT) Verän­de­run­gen der reti­na­len Mikro­vasku­la­tur und der subfovea­len Ader­haut­di­cke (SFCT) während der akti­ven- und der Remis­si­ons­pha­se der BU.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich im Remis­si­ons-Stadi­um nach voran­ge­gan­ge­ner akti­ver BU die reti­na­le Kapil­lar­dich­te im ober­fläch­li­chen und tiefen Kapil­lar­ple­xus verstärk­te, welche sich jedoch nur im ober­fläch­li­chen Kapil­lar­ple­xus statis­tisch signi­fi­kant stär­ker zeigte (1,81 ± 3,57%; p=0,025). Demge­gen­über stell­ten die Ophthal­mo­lo­gen fest, dass sich der Bereich der fovea­len avasku­lä­ren Zone (FAZ) um 0,036 ± 0,069 mm verbrei­ter­te (p=0,023).

Die Autoren resü­mie­ren, dass Verän­de­run­gen im ober­fläch­li­chen reti­na­len Kapil­lar­ple­xus mehr den Akti­vi­täts­sta­tus der BU anzei­gen, wohin­ge­gen Verän­de­run­gen im tiefen reti­na­len Kapil­lar­ple­xus sowie im Bereich der FAZ – bedingt durch irrever­si­ble Schä­di­gung – eher als prognos­ti­sche Biomar­ker genutzt werden könn­ten. Darüber hinaus könnte die SFCT als konstan­ter Biomar­ker für die Sehfunk­ti­on verwen­det werden, wohin­ge­gen Verän­de­run­gen der SFCT nicht genau den Akti­vi­täts­sta­tus wider­spie­geln können.

(tt)

Autoren: Wassef AMA et al.
Korrespondenz: Amr Wassef; amrwassef5_2@yahoo.com
Studie: Post-remission retinal microvascular and choroidal thickness changes in eyes with Behḉet's disease posterior uveitis: an OCTA longitudinal study
Quelle: Int Ophthalmol 2021; Jul 29 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s10792-021-01968-x

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