Mikro­vasku­lä­re Veränderungen

Potenzieller Biomarker für Alzheimer

17. März 2020

SHANGHAI (Bier­mann) – Mittels opti­scher Kohä­renz­to­mo­gra­phie-Angio­gra­phie (OCT‑A) können früh­zei­tig mikro­vasku­lä­re Verän­de­run­gen der Makula bei Pati­en­ten mit Alzhei­mer-Krank­heit (AD) oder leich­ter kogni­ti­ver Beein­träch­ti­gung (MCI) fest­ge­stellt werden. In einer prospek­ti­ven Studie mit insge­samt 60 Proban­den zeig­ten sowohl AD- als auch MCI-Pati­en­ten einen Verlust der mikro­vasku­lä­ren Dichte.

In die Studie wurden 21 gesun­de Kontroll­per­so­nen (HC) bzw. 33 Augen, 21 Pati­en­ten mit MCI (32 Augen) und 18 Pati­en­ten mit AD (28 Augen) einge­schlos­sen und mittels OCT‑A unter­sucht. Die Autoren­grup­pe quan­ti­fi­zier­te die Fläche der fovea­len avasku­lä­ren Zone (FAZ), die Dichte des super­fi­zi­el­len Gefäß­ple­xus (SRCP) und des tiefen Gefäß­ple­xus (DRCP). Der SRCP und der DRCP wurden in innere (3 mm) und äußere (6 mm) Ringe unter­teilt, die jeweils vier Quadran­ten (SI, II, TI, NI, SE, IE, TE, NE) enthielten.

Die mikro­vasku­lä­ren Dich­ten des DRCP in allen Quadran­ten der Para­fo­vea und Perif­o­vea waren bei AD-Pati­en­ten im Vergleich zur HC-Gruppe signi­fi­kant nied­ri­ger (p<0,05). Im Vergleich zu den gesun­den Proban­den zeig­ten MCI-Pati­en­ten in den meis­ten Sekto­ren der Para­fo­vea und im SE-Sektor des DRCP einen signi­fi­kan­ten mikro­vasku­lä­ren Verlust (p<0,05), jedoch nicht in der Para­fo­vea (p=0,829) oder Perif­o­vea (p=0,824) des SRCP. Es wurde kein signi­fi­kan­ter Unter­schied in der mikro­vasku­lä­ren Dichte des SRCP zwischen den Grup­pen gefun­den, außer bei SI zwischen der AD- und HC-Gruppe (p=0,048).

Die quan­ti­fi­zier­te mikro­vasku­lä­re Dichte im tiefen Gefäß­ple­xus könnte als poten­zi­el­ler Biomar­ker für frühe Anzei­chen eines AD dienen und dazu beitra­gen, die Progres­si­on einer präkli­ni­schen AD zu verhin­dern, so das Resü­mee der chine­si­schen Arbeitsgruppe.

(isch)

Autoren: Wu J et al.
Korrespondenz: Guoxing Xu; fjmuxgx@163.com
Studie: Retinal microvascular attenuation in mental cognitive impairment and Alzheimer's disease by optical coherence tomography angiography
Quelle: Acta Ophthalmol 2020 Mar 9.
Web: https://doi.org/10.1111/aos.14381

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