Migrä­ne und reti­na­le Arterienokklusion 

Wichtigen Zusammenhang immer berücksichtigen

18. Januar 2021

PALO ALTO (Bier­mann)  Migrä­ne kann mit einem erhöh­ten Risiko für reti­na­le Arte­ri­en­ver­schlüs­se (RAO) jegli­cher Art einher­ge­hen. Beim Verschluss­ri­si­ko sollte zwischen Migrä­ne mit Aura und ohne Aura diffe­ren­ziert werden. Zu diesem Ergeb­nis kamen die Autoren einer aktu­el­len Kohortenstudie.

In der retro­spek­ti­ven Unter­su­chung sammel­ten die Wissen­schaft­ler Infor­ma­tio­nen über Pati­en­ten mit Migrä­ne und der Kontroll­grup­pe ohne Migrä­ne (Versi­che­rungs-Daten­bank; Zeit­raum 2007–2016). Mithil­fe des Cox-Propor­tio­nal-Hazard-Regres­si­ons-Modells unter­such­te die Arbeits­grup­pe den Zusam­men­hang zwischen Migrä­ne und dem Risiko für RAO insge­samt, zentra­len RAO (CRAO),  reti­na­len Arte­ri­en­ast­ver­schluss (BRAO) und sons­ti­gen RAO, zu dem tran­si­en­ter und parti­el­ler zählt. Ziel der Studie war es, die Inzi­denz von allen RAOs nach erst­ma­li­ger Migrä­ne­dia­gno­se zu finden.

In die Analy­se wurden von den Exper­ten 418.965 Migrä­ne­pa­ti­en­ten mit gematch­ten Kontrol­len einge­schlos­sen. Nach­fol­gend wurde bei 1060 (0,25%) Migrä­ne­pa­ti­en­ten ein RAO diagnos­ti­ziert, wohin­ge­gen nur 335 (0,08%) der Kontrol­le einen RAO entwi­ckel­te. Die Hazard Ratio (HR) aller RAO betrug 3,48 (95%-KI 3,07–3,94; p<0,0001). Diese Verbin­dung zeigte sich über alle RAOs hinweg konstant: CRAO (HR 1,62; 95%-KI 1,15–2,28; p=0,004), BRAO (HR 2,09; 95%-KI 1,60–2,72; p<0,001) und sons­ti­ger RAO (HR 4,61; 95%-KI 3,94–5,38; p<0,001).

Weiter­hin konn­ten die Forscher bei Pati­en­ten mit Aura ein höhe­res Risiko für RAO (insge­samt) als bei jenen ohne Aura (HR 1,58; 95%-KI 1,40–1,79; p<0,001) ermit­teln. Auch hier fand sich ein konstan­ter Zusam­men­hang mit BRAO (HR 1,43; 95%-KI 1,04–1,97; p<0,03) und sons­ti­gem RAO (HR 1,67; 95%-KI 1,45–1,91; p<0,001), jedoch keine statis­tisch signi­fi­kan­te Verbin­dung mit der CRAO Gruppe (HR 1,18; 95%-KI 0,75–1,87; p=0,475).

Darüber hinaus fanden die Autoren signi­fi­kan­te Risi­ko­fak­to­ren für eine Verbin­dung. Diese umfass­ten: höhe­res Alter, männ­li­ches Geschlecht, akute koro­na­re Herz­krank­heit, Herz­klap­pen­in­suf­fi­zi­enz, Erkran­kung der Karo­tis, Hyper­li­pi­dä­mie, Hyper­to­nus, reti­na­le Vasku­li­tis und/oder Inflamma­ti­on, sowie syste­mi­scher Lupus erythematodes.

(tt)

Autoren: Al-Moujahed A et al.
Korrespondenz: Darius M. Moshfeghi; dariusm@stanford.edu
Studie: Risk of Retinal Artery Occlusion in Patients with Migraine
Quelle: Am J Ophthalmol 2020; Dec 24;S0002-9394(20)30632-2 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2020.11.004

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